Wie du die Welt sehen kannst, ohne deinen Job zu kündigen

Manchmal habe ich das Gefühl, dass jeder, den ich kenne, die Welt bereist und das Leben in vollen Zügen genießt, während ich zuhause an meinen Nine-to-five-Job gekettet bin. Der Blick auf meinen Instagram-Feed ist zu einer masochistischen Form der Selbstfolter geworden. Nicht jeder kann es sich leisten, seinen Job an den Nagel zu hängen, den Rucksack zu packen und um die Welt zu reisen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass wir alles verpassen müssen. Mit ein wenig Kreativität schaffe ich es trotzdem, tolle Reiseerfahrungen zu machen. Meine Tipps, um trotz Job etwas von der Welt zu sehen, möchte ich dir natürlich nicht vorenthalten!

Visualisiere deine Ziele

Geh einen Moment in dich und frag dich selbst, was dir wichtig ist. Stell dir deine perfekte Reise in so vielen Details wie möglich vor. Studien zeigen, dass Ziele umso eher erreicht werden, desto mehr Zeit man damit verbringt, sie zu visualisieren.

Buche im Voraus

Dadurch sparst du dir nicht nur ein Vermögen, sondern es hält dich auch davon ab, die Reise im letzten Moment doch noch zu verschieben. Vielleicht kommt dir das bekannt vor: Du machst enthusiastisch mit deinen Freunden Pläne fürs Ausgehen am Wochenende. Dann steht der besagte Abend vor der Tür und du würdest am liebsten einfach im Pyjama daheim auf dem Sofa bleiben. Um deine Freunde nicht zu enttäuschen, quälst du dich trotzdem aus dem Haus und hast schlussendlich eine tolle Zeit. Ähnlich verhält es sich beim Reisen – mach Pläne, um deinen inneren Schweinehund auszutricksen!

Informier dich über dein Reiseziel

Kurztrips, die in einen vollen Terminkalender gequetscht werden, scheinen deswegen oft wenig verlockend, weil eine authentische Reiseerfahrung unmöglich zu sein scheint, wenn man nur 48 Stunden an einem Ort verbringt. Aber nicht verzweifeln: Ein wenig Recherche kann dem Abhilfe schaffen. Bitte deine weitgereisten und in verschiedenen Ländern der Welt lebenden Freunde um Tipps. Ich bin da vielleicht kein unbeschriebenes Blatt, aber für mich sind Hostels der einfachste Weg, einen neuen Ort schnell kennenzulernen. Weltenbummler lieben es, zu plaudern und anderen mit ihren Tipps weiterzuhelfen!

Lerne, Prioritäten zu setzen

Steht die Entscheidung, eine Reise zu machen, einmal fest, wirst du viel weniger in Versuchung kommen, jeden Tag 8€ für Essengehen auszugeben. Egal, wie beschäftigt oder arm du zu sein glaubst, es gibt immer Raum für mehr Abenteuer – wenn du Prioritäten setzt! Wirklich abenteuerlich zu sein, bedeutet, kleine Trips in den Trubel des Alltagslebens einzuschieben.

Spare bei kleinen Dingen

Wirf einen Blick auf deine Ausgaben. Jeden Morgen 3 € für einen Kaffee auszugeben, scheint nicht viel zu sein, aber es summiert sich. Vergleich es einfach damit, was du dir um dieses Geld in Ländern wie Thailand oder Bulgarien kaufen könntest. Dann erscheint dir das Preis-Leistungs-Verhältnis plötzlich doch nicht mehr als so gut. Verspätete Belohnung kann etwas ganz Wunderbares sein!

Setz dir selbst Deadlines

Es ist einfach, das Reisen auf später zu verschieben, weil du müde vom stressigen Alltag bist oder einfach zu viel zu tun hast. Für wahre Nomaden ist Reisen aber nicht nur ein nettes Extra, das man macht, wenn man gerade Zeit hat – es ist essentiell für das Wohlbefinden. Wenn du dir selbst Deadlines setzt, vermeidest du die Gefahr des Aufschiebens – des „irgendwann“.

Mach kleine Schritte

Ich fühle mich oft überwältigt, wenn ich daran denke, wie viele Orte ich noch sehen möchte. In Kombination mit der Verpflichtung eines Vollzeitjobs kann das dazu führen, dass man einfach nicht weiß, wo man anfangen soll. Aber lass die Trägheit nicht gewinnen – auch ein kleiner Schritt zum Ziel, mehr von der Welt zu sehen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Also schmiede Pläne, auch kleine!

Mach das Beste aus deinen Wochenenden

Du hast mehr als 100 Tage Wochenende im Jahr. Das sind fast drei Monate. Verabschiede dich von der Meinung, dass du nur reisen kannst, wenn du deinen jährlichen Sommerurlaub hast.
Mein letztes Wochenendabenteuer war ein Trip nach Paris – es ist super einfach, dahin zu kommen und du wirst mit Unmengen Nutella belohnt. Es mag das letzte sein, worauf du nach einer harten Arbeitswoche Lust hast, aber wenn du mal angekommen bist, wird deine Müdigkeit verschwinden. Natürlich wäre es schön gewesen, länger als ein Wochenende in der Stadt der Liebe zu verbringen, aber es ist auf jeden Fall besser als gar nichts!

Das nächste Abenteuer kann ganz nah sein

Wahre Nomaden stoßen überall auf Abenteuer – sogar vor der eigenen Haustüre. Manchmal bietet es sich einfach nicht an, irgendwo hin zu fliegen oder ein anderes Land zu besuchen. Aber wenn du mit offenen Augen durch die Welt gehst, findest du unzählige versteckte Juwelen, die nur darauf warten, von dir entdeckt zu werden.
Hast du schon mal bemerkt, wie viel Spaß es macht, Freunden aus aller Welt deine Heimatstadt zu zeigen? Versuch, dich auf diesen Enthusiasmus zu besinnen und sieh deine Stadt mit neuen Augen: Verbring deine Zeit nicht immer an den selben Orten, sondern streck deine Fühler aus. Ich versuche, mindestens einmal in der Woche einen neuen Ort zu sehen – auch wenn das nur bedeutet, in meiner Mittagspause einen Spaziergang zu machen und den besten Bagel-Laden der Stadt zu finden. Besuch Freunde in anderen Teilen des Landes! Mir bereitet ein Wochenende, an dem ich die gepflasterten Straßen von Cambridge entdecke oder Eis auf den weißen Klippen von Beachy Head esse, unglaublich viel Freude. Mein schönes, kleines England ist voll von Abenteuern, und dein Heimatland auch!

Mach deinen Familienurlaub zu einem epischen Abenteuer

Sich einfach seinen Rucksack zu schnappen und in die Welt hinauszugehen kann sich als schwierig erweisen, wenn ein Großteil der jährlichen Urlaubsstunden und des Budgets schon für den Familienurlaub reserviert ist. Meine Frau kommt aus den USA, deswegen muss ich meine Ausflüge kurz halten, um noch genug Zeit und Geld für den jährlichen Familienbesuch in den Staaten zu haben.
Aber wer hat gesagt, dass wir von diesen Trips nicht profitieren können? Wir versuchen jedes Mal, wenn wir dort sind, etwas Neues zu sehen. Wir nutzen unser Insider-Wissen, um Touristenfallen zu vermeiden und auf unbekannteren Pfaden zu wandeln. So hat jeder USA-Trip etwas Neues und Aufregendes!

Du bist Experte, was Teilzeit-Abenteuer betrifft? Dann teil in den Kommentaren unten deine Tipps mit uns!
Danke an Wolfgang Staudt, Hernan Pinera, Falcon Photography, Cristian Bortles, Kosala Bandara, Andres Nieto Porras, Roman Boed, Nicolas Raymond, Thomas Tolkien und Rushen für die tollen Bilder!

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