Großbritannien für Fortgeschrittene

Großbritannien für Fortgeschrittene

Schon mal was von Southwold, Alnwick oder Knaresborough gehört? Wahrscheinlich eher nicht. Manchmal sind es aber die bescheidenen, etwas abgelegenen Orte, die etwas Besonderes sind. Mit den folgenden sechs Geheimtipps zeigen wir, dass England so viel mehr zu bieten hat, als nur Big Ben und Buckingham Palace.

1. Bücher, ein Baumhaus und eine Design-Ikone in Alnwick


Alnwick

Das Marktstädtchen Alnwick hat mehr als seinen gerechten Anteil an Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel das prächtige Alnwick Schloss, wo Szenen aus Harry Potter gedreht wurden, und die fantasievollen Alnwick Gärten, die eins der größten Baumhäuser der Welt beherbergen. Für uns ist Alnwicks Hauptattraktion Barter Books, ein riesiger Gebrauchtbuchladen mit Kaminfeuer und literarischer Wandmalerei, der sich über einen ehemaligen viktorianischen Bahnhof erstreckt. Was nur wenige wissen: Hier wurde das Keep Calm and Carry On Phänomen geboren. Das ikonische Poster wurde Ende der 30er von der Regierung beauftragt aber nie verwendet. Jahrzehnte später haben die Barter Books Mitarbeiter eins in einer Kiste alter Bücher entdeckt und im Laden aufgehängt. Die Nachfrage von Kunden war so groß, dass Barter Books irgendwann angefangen hat, Kopien zu verkaufen. Der Rest ist Geschichte.

Alnwick liegt in Northumberland, ca. 50 Kilometer nördlich von Newcastle –> Hostels in Newcastle ansehen

2. Bunte Strandhütte und eine verrückte Vergnügungshalle in Southwold

 

Southwold


Southwold ist ein pittoreskes, durch und durch englisches Seebad mit goldenen Stränden, bunten Strandhütten, Fish&Chips an jeder Ecke, einem funktionsfähigen Leuchtturm und auf das Meer gerichteten Kanonen. Der Spitzname des putzigen Orts ist Chelsea-on-Sea, weil er ein überwiegend aristokratisches, wohlhabendes oder gar berühmtes Publikum anzieht. Doch wer denkt, Southwold sei gesetzt und hochnäsig liegt ganz falsch, was vor allem die exzentrische Spielhalle auf der liebevoll restaurierten Seebrücke beweist. Statt den traditionellen Greif- und Münzspielautomaten findest Du hier eine Fundgrube origineller, witziger und verrückter Schöpfungen vom Erfinder Tim Hunkin. Unsere Lieblingsmaschinen sind „Schlag einen Banker“, „Die Filzmaschine“, „Der ausdrucksvolle Fotoautomat“ und „Der Fußspezialist“. Da Southwold keinen Bahnhof hat und ohne Auto schwer zu erreichen ist, kommen nur Eingeweihte hierhin, trotz seiner geographischen Nähe zu London. Die Mühe lohnt sich auf jeden Fall.

Southwold liegt an der Küste von Suffolk. Southwold liegt ca. 30 Kilometer nordöstlich vom YHA Blaxhall.

3. Versteinerte Stofftiere und die Holzschnitzereien des Yorkshire Banksy in Knaresborough

Yorkshire Banksy

Der historische Markt- und Kurort Knaresborough ist der Inbegriff rauer Schönheit: Die engen Straßen mit Kopfsteinpflaster und altmodischen Lädchen schlängeln sich von den Ruinen des Knaresborough Schlosses hinunter zum Fluss, wo im Schatten des dramatischen Eisenbahnviadukts Ruderboote auf dem Wasser schaukeln. Irgendwie passend, dass sich hier die älteste Touristenattraktion Englands befindet: Mother Shipton‘s Cave, die nach einer berühmten Wahrsagerin aus dem 16. Jahrhundert benannt ist, fasziniert sowohl Kinder als auch Erwachsene seit 1630. Dort findest Du einen petrifizierenden Brunnen, an dem eine Anordnung von versteinerten alltäglichen Objekten hängt. Die ältesten davon sind ein viktorianischer Zylinder und eine Haube, wobei Stofftiere die häufigsten Objekte sind, deren Versteinerung erstaunlicherweise nur drei bis fünf Monate dauert. Eine deutliche neuere Attraktion sind die Holzschnitzereien des sogenannten „Yorkshire Banksy“, die über Nacht im Wald neben dem Fluss erschienen sind.

Knaresborough befindet sich in North Yorkshire, ca. 20 Kilometer westlich von York –>
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4. Eine historische Muschelgrotte und von Künstlern wiederbelebte Seebadorte in Kent

Seebad Kent

Früher war die Küste Kents unter den beliebtesten Urlaubszielen für Engländer, was man an der prächtigen Architektur und den ungewöhnlichen Attraktionen wie der Muschelgrotte in Margate und der Wasserballastbahn in Folkestone noch sehen kann. Dann kam der Aufstieg der Billigflieger und die Touristen sind von hier verschwunden. Doch seit ein paar Jahren erleben diese Seebäder eine Renaissance dank ihrer rasch wachsenden Kunstszene und den jungen Kreativen, die London und seinen unbezahlbaren Mieten den Rücken gekehrt haben. Whitstable, Ramsgate, Deal… An der Spitze steht Margate, wo schicke Galerien (z.B. die Turner Gallery) wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Doch spannender, günstiger und, tja, cooler, finden wir Folkestone, das von London in knapp einer Stunde mit dem Schnellzug zu erreichen ist. Hier gibt es nicht nur ein „kreatives Viertel“ sondern auch eine Trienniale, die dieses Jahr vom 30.08. bis 2.11. zum dritten Mal stattfindet und die Stadt in eine fantasievolle Freiluftgalerie verwandelt.

Folkestone liegt an der Küste in Kent, ca. 110 Kilometer südöstlich von London –> Hostels in London / günstige Hotels in Folkestone ansehen

5. Ein unglaublicher Balanceakt: die Brimham Rocks


Brimham Rocks

Diese erstaunliche und merkwürdige Felsformationen befinden sich in einem Landschaftsschutzgebiet in North Yorkshire. Auf diesem riesigen, naturgeformten Spielplatz kann man locker den ganzen Tag verbringen: beim Wandern, Klettern, Rutschen und Springen. Manche Steine haben Spitznamen aufgrund ihrer Gestalten, wie zum Beispiel „der tanzende Bär“, und „das Smartie-Röhrchen“, obwohl ein bisschen Fantasie erforderlich ist, um sie nachvollziehen zu können. Der mit Abstand beeindruckendste ist „der Abgott“, ein 200 Tonnen schwerer Stein, der auf einer winzigen Achse balanciert. Das viel berühmtere Stonehenge scheint irgendwie unspektakulär im Vergleich.

Brimham Rocks liegt in North Yorkshire, ca. 40 Kilometer von York entfernt –> alle Hostels in York anschauen

Danke an Visit Britain, Phil Thomas, Erin Perry, Tim Hunkin, Thomas888b, Callmecheez, Gordon Hatton, Immanuel Giel, 51% Studios Architecture, Loz Pycock, Peter Blundell, Oast House Archive, Penny Mayes, Sarah Charlesworth und Elliott Simpson für die Bilder.

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