Backpacking in Kolumbien: Atemberaubend, nicht lebensgefährlich
Viele Leute, denen wir von unseren Reiseplänen nach Kolumbien erzählt haben oder die wir in anderen Ländern Südamerikas getroffen haben, waren dem Land sehr skeptisch gegenüber eingestellt. Für uns war das Backpacking in Kolumbien aber eine schöne – vielleicht sogar die schönste – Erfahrung in ganz Südamerika. Kolumbien hat sich uns von einer äußerst positiven Seite gezeigt, die sehr weit weg vom leider immer noch vorherrschenden Drogen- und Guerillakrieg-Image ist: die Natur ist vielfältig, der Tourismus in vielen Teilen des Landes noch nicht so ausgebaut. Das macht die Kolumbianer aufgeschlossen und freundlich gegenüber Fremden. Sie sind hilfsbereit, öffnen ihre Türen und zeigen gerne ihr wunderschönes Land. Ich bin mir sicher, dass sie sich freuen, wenn demnächst noch mehr Leute „ihr“ Kolumbien bereisen.

Eine Reise nach Kolumbien planen
Wenn man nur wenige Wochen Zeit hat, um Kolumbien zu bereisen, sollte man sich am besten (grob) für eine Region entscheiden. Im Süden kann man Kaffeeplantagen bestaunen, geschichtsträchtige Kulturstätten besuchen und durch die Anden wandern. Nördlich von Bogotá bietet Kolumbien unter anderem karibische Küste, tropischen Regenwald und einige tolle Städte mit hübschen kolonialen Bauten. Wir waren sehr begeistert von der landschaftlichen, kulinarischen und atmosphärischen Vielfalt und nehmen euch gerne auf eine Rundreise durch den Norden – für den wir uns entschieden haben – mit. Mehr haben wir nämlich in den dreieinhalb Wochen (leider) nicht geschafft…
1. Bogotá: Ein guter Start- und Endpunkt für eine Kolumbien-Reise
Um den Norden (oder den Süden) Kolumbiens zu bereisen ist Bogotá der perfekte Ausgangspunkt. Die 8-Millionenmetropole in der Landesmitte dehnt sich mittlerweile bis auf die Hänge der umliegenden Berge aus. Als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes trifft in Bogotás Innenstadt kolumbianische Geschichte auf Studentenviertel und moderne Geschäftshochhäuser. Immer mehr Menschen zieht es dort hin, das Verkehrschaos ist daher zu Hochzeiten entsprechend groß. Doch die Stadt baut Radwege und Bussysteme aus, um für alle eine bessere Infrastruktur zu schaffen. Ein Megaprojekt – wir sind gespannt, was daraus wird.
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2. Medellín: Eine Stadt, die viel mehr zu bieten hat
Lange Zeit war die Stadt berühmt-berüchtigt für ihre gefährliche sowie weltweit erfolgreich tätige Drogenszene. Doch Medellín ist heute längst nicht mehr so gefährlich wie sein Ruf. Die Stadt und ihre Bewohner haben viel getan, um das alte Image abzuschütteln, Medellín für sich selbst und die Reisende wieder attraktiv zu machen. Wer sich einen guten Überblick verschaffen möchte, der sollte unbedingt mit den Metrocables fahren. Drei Linien gibt es mittlerweile, die auf beiden Seiten des Tals die höhergelegenen, ärmeren Viertel anbinden. Auch ein Besuch im Botero-Museum darf nicht fehlen. Die bekannten Kunstwerke des lokalen Malers und Bildhauers sind heute Millionen wert.
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3. Santa Marta: Ein gutes Ziel an der karibischen Küste
In dieser Stadt sollte man unbedingt einen zweiten Blick riskieren. Auch wenn der Hafen von Santa Marta vielleicht nicht der schönste und die Stadt in manchen Ecken sehr schwül und laut ist, so genießt man hier auf der anderen Seite auch laue Abende am Pier und hat den perfekten Ausgangspunkt für tolle Reiseziele in der Umgebung. Ein absolutes Muss in Santa Marta ist das aus Fisch und Meeresfrüchten bestehende Gericht Ceviche. Frischer bekommt man es wirklich nirgendwo. Außerdem gibt es hier an Straßenständen immer leckeres, meist frittiertes und mit Käse gefülltes Fingerfood zu kaufen. In Santa Marta kann man sich ausgezeichnet durchfuttern.
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4. Parque Tayrona: Hier lässt die Natur träumen und schwitzen
Der Parque Nacional Natural Tayrona wirkt wie aus einer anderen Welt: traumhafte Strände, Palmenwälder und riesengroße Felsen machen ihn zu einem kleinen Paradies. Als störend empfindet man hier nur die tropische Wärme, die Mücken und die an manchen Orten doch recht zahlreichen Reisende. Doch immer wieder findet man auch kleine, ruhige Buchten, in denen man ganz alleine die Natur genießen kann. Unbedingt probieren sollte man frische Kokosnussmilch. Wenn man Glück hat, trifft man im Dschungel einen einheimischen Verkäufer, der die gerade erst gesammelten Früchte direkt unter Palmen aufschlägt – fertig ist das perfekte Erfrischungsgetränk!

5. Palomino: Wo die Seele sich entspannen kann
Das kleine Dorf abseits der Hauptstraße ist eine Oase für Backpacker und andere Reisende. Hier kann man sich ausruhen und die Füße in der Hängematte hochlegen oder in den Pool baumeln lassen. Kommt man außerhalb der Saison, muss man den Strand auch mit kaum jemandem teilen. Wem es in der Hängematte zu langweilig ist, der schnappt sich einen großen Gummireifen und lässt sich den nahgelegenen Fluss hinuntertreiben oder leiht sich ein Surfbrett, um ein paar Wellen zu reiten – das ist hier durchaus eine Herausforderung, denn das Meer ist meist stürmisch im Paradies.
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6. Cartagena: Die Schönheit an der Karibikküste
Cartagena verzaubert – trotz den von fast täglich von den Kreuzfahrtschiffen strömenden Menschenmassen – durch seine weißen Kolonialhäuser und die lebendigen Plätze. Wer sich abseits der typischen Sehenswürdigkeiten bewegt, der kann direkt eintauchen in das Straßenleben der Costeños, wie die Küstenbewohner Kolumbiens liebevoll genannt werden. Am authentischsten isst und trinkt man in Cartagena auf der Straße. Von klassischen Empanadas (gefüllte Teigtaschen) bis hin zu gut belegten Burgern, Würstchen-Spießen und anderen Fast-Food-Gerichten bekommt man eigentlich alles. Dazu trinkt man ein leckeres, limonadenartiges Getränk namens guandolo zur Erfrischung.
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7. San Gil: Alle Möglichkeiten für Abenteurer
Abenteuersportler sind in San Gil absolut richtig. In dem kleinen Städtchen kann man sich abseilen, einen Fluss hinunterstürzen oder hoch in die Lüfte erheben – für jeden ist etwas dabei. San Gil selbst ist gemütlich und ruhig, die Bewohner sind entspannt. Ein Ort zum Wohlfühlen und um ein paar Tage zu bleiben. Ein Ausflug in das wenige Kilometer entfernte und sehr beschauliche Barichara mit seinen weißen Häusern und der tollen Aussicht ist zu empfehlen.
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8. Villa de Leyva: (Wochenend-)Ziel für Einheimische und Reisende
In Villa de Leyva trifft sich am Wochenende die Highsociety aus Bogotá. Man besitzt eine Finka außerhalb des wirklich hübschen, weißen Ortskerns und wählt abends aus einer Vielzahl hochpreisiger Restaurants. Doch auch für den kleinen Geldbeutel ist Villa de Leyva durchaus ein Ziel. Stadt und Umgebung kann man gut zu Fuß erkunden. Wer einen der heiligsten Orte der indigenen Bewohner besuchen möchte, der wagt den anstrengenden Aufstieg zur mystischen Lagune im nahgelegenen Parque Nacional Santuario de Iguaque.
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Eine Busfahrt, die ist lustig…
… eine Busfahrt, die ist schön! Und am besten reist man genauso durch Kolumbien: mit dem Bus. Das kann mitunter ein klappriges, sicherlich niemals langweiliges sowie landschaftlich und menschlich tolles Unterfangen sein. Fliegende Händler, kaputte Tachos, offene Türen und bunte, hin und her schwankende Heiligenbildchen machen die Fahrt zu einem stundenlangen Abenteuer. Gehalten wird übrigens überall dort, wo jemand ein- oder aussteigen möchte. Von Haltestellen keine Spur.
Wir sind jedenfalls immer irgendwann dort angekommen, wo wir hinwollten. Denn wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel. Das stimmt in Kolumbien (und Südamerika) vielleicht sogar ein bisschen mehr, als an anderen Orten. Denn dort braucht alles seine Zeit und man sollte eine große Portion Geduld und Zeit mitbringen. Und sich nicht zu viel vornehmen – dann erlebt man immer noch genug.
Worauf wartet ihr also noch? Auf nach Kolumbien!
„¡Nos vemos!“ (zu deutsch: Wir sehen uns!) – denn wir haben auf jeden Fall vor, wieder zu kommen in dieses tolle Land.
Über die Autorin:
Lisa ist freie Journalistin aus Köln und seit September 2016 gemeinsam mit ihrem Freund Jens unterwegs. Die beiden haben sich den Traum einer Weltreise erfüllt und zu Beginn dreieinhalb Monate lang mehrere Länder in Südamerika bereist. Auf www.travelbites.de schreibt Lisa über die besuchten Orte, kleine und große Abenteuer und hat aus jedem Land ein Rezept festgehalten. Jens kümmert sich währenddessen um den technischen Support des Blogs.

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