Nachhaltigkeitsgeschichten: Das „Hostal del Cielo“ stärkt die lokale Gemeinschaft

Hoch oben in den belebten Bergen von Medellín, Kolumbien, liegt das Hostal del Cielo – ein Ort, an dem Ihr Aufenthalt dazu beiträgt, die Geschichte einer einst übersehenen Gemeinde neu zu schreiben. Heute pulsiert das Viertel Comuna 13 vor Kultur, Kunst und Unternehmertum.
Wir haben uns mit Thomas Quintreau-Musci, dem Gründer des Hostal del Cielo, unterhalten, um zu erfahren, wie eine zufällige Begegnung mit einer einheimischen Familie ihn dazu bewog, sein Leben in Frankreich hinter sich zu lassen, um in Kolumbien etwas Besonderes aufzubauen.
Was als Rucksackreise begann, entwickelte sich zu einer Mission, echte Verbindungen zwischen Reisenden und der lokalen Gemeinschaft zu schaffen. Thomas leitet nicht nur das „Hostal del Cielo“, sondern auch die Initiative „Call me Mami“, eine gemeinnützige Organisation, die Reisenden die Möglichkeit bietet, bei einheimischen Familien zu wohnen.
Das Hostel bietet alles, was man braucht – Schlafsäle, Privatzimmer, schnelles Internet, bequeme Betten und hausgemachte Mahlzeiten für alle, die das möchten. Außerdem gibt es Terrassen, einen Billardtisch, Hängematten und Brettspiele. Es ist der perfekte Ort, um andere Reisende kennenzulernen und die Aussicht zu genießen.
Apropos Aussicht: Der 360-Grad-Blick von der Panorama-Dachterrasse ist atemberaubend.
Fremden vertrauen – wie alles begann

Alles begann, als Thomas die Comuna 13 besuchte, ein Viertel in Medellín, das von einer bewegten Vergangenheit geprägt ist und immer noch mit einem Stigma behaftet ist.
Thomas erinnert sich an den Moment, als eine Mutter aus der Gegend ihn einlud, bei ihrer Familie zu wohnen. „Alle haben mich gewarnt, dass es eine Falle sei und man mir meine Organe stehlen würde“, sagt er. „Ich gebe zu, dass ich etwas nervös war, aber ich beschloss, meinem Instinkt zu vertrauen und hinzugehen.“
Vier Tage später war er von dieser Erfahrung tief bewegt. Die Zeit mit der Familie in ihrer 30 Quadratmeter großen Wohnung erwies sich als der schönste Teil seiner Reise. Er wollte, dass auch andere diese Erfahrung sicher machen können.
Ein Aufenthalt, der der Gemeinschaft etwas zurückgibt

Dieser erste Besuch inspirierte Thomas dazu, eine arbeitslose alleinerziehende Mutter zu unterstützen, indem er ihr half, ihr Zuhause in eine Pension umzuwandeln. Daraus entstand „Call me Mami“, eine gemeinnützige Organisation, die benachteiligten Familien hilft, ihre Häuser für Reisende zu öffnen, um vor Ort in der Nachbarschaft ein Einkommen zu erzielen.
Einer von Thomas’ unvergesslichsten Momenten? Die Ausrichtung einer traditionellen Novene für die Kinder aus der Nachbarschaft zu Weihnachten – ein großes Fest mit Essen, Gesang und Geschenken für die Kinder vor Ort.
Außerdem gibt es „Sancocho“, eine riesige Hühnersuppe, die von Reisenden und Freiwilligen gekocht und der Gemeinschaft serviert wird. Sie spenden auch Solidaritätskörbe für bedürftige Familien, doch im Kern geht es darum, Familien zu befähigen, aus eigener Kraft stark zu stehen.
Die Auswirkungen waren enorm. Ein Gast, ein Motorradfahrer in den Siebzigern, wollte eigentlich nur ein paar Tage bleiben, blieb aber schließlich wochenlang bei einer einheimischen Familie mit zehn Kindern und jungen Erwachsenen. Er baute ein riesiges Regal in deren Wohnzimmer, und die Familie gründete ein Kunstatelier. Sie verkaufen Zeichnungen junger lokaler Künstler, und bisher wurden bereits über 30 Zeichnungen verkauft.
Eine neue Geschichte für die Comuna 13 schreiben
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Bild: Hostal el Cielo[/Bildunterschrift]
Medellín mag eine bewegte Geschichte haben, doch so wie sich die Stadt gewandelt hat, hat sich auch die Comuna 13 gewandelt. Die Freiluftrepplifte befördern Besucher den Berg hinauf zu den farbenfrohen Straßen, Kunstgalerien und Ständen, an denen selbstgemachte Speisen, Kunsthandwerk und Souvenirs verkauft werden.
Dennoch sind noch einige Überbleibsel der Vergangenheit zu spüren. Manche Taxifahrer zögern, die Fahrt vom Stadtzentrum hinauf anzutreten. „Deshalb ist es für einen Ausländer so bedeutungsvoll, sich dafür zu entscheiden, hier zu leben und zu investieren“, erklärt Thomas. „Wir wollen zeigen, dass diese Gemeinde sich weiterentwickelt.“
Im „Hostal del Cielo“ geht es darum, echte Brücken zwischen Reisenden und Einheimischen zu schlagen. Thomas rät dazu, sich nach der Reise zu fragen, was die bedeutungsvollsten Momente waren: „Es sind immer die Menschen, die man getroffen hat.“
Thomas’ Insidertipps, um Medellín abseits der Touristenpfade zu erkunden

Entfliehen Sie der Stadt
Das Hostal del Cielo liegt hoch in den Bergen und bietet einen atemberaubenden 360-Grad-Blick auf Medellín. Von versteckten Wasserfällen bis hin zu geheimen Wanderwegen – hier warten zahlreiche Wunder abseits der ausgetretenen Pfade darauf, entdeckt zu werden.
Lokale Feste mit Aussicht
Am 30. November um Mitternacht erstrahlt die Stadt im Lichterglanz, um die Ankunft des heiligen Monats Dezember zu feiern – bekannt als „Alborada“. Feuerwerke erhellen die Stadt, ebenso wie an Silvester. Das Hostal del Cielo veranstaltet eine Party mit einem DJ auf der Dachterrasse, um das Spektakel zu genießen, aber keine Sorge – dort finden das ganze Jahr über Partys auf der Dachterrasse statt.
Verpassen Sie nicht den orangefarbenen Mondaufgang über der Stadt
Sollten Sie zufällig während des Vollmonds zu Besuch sein, sollten Sie unbedingt auf der Dachterrasse des Hostal del Cielo sein, um den magischen orangefarbenen Mondaufgang über der Stadt zu genießen.

In unserer Reihe „Nachhaltigkeitsgeschichten“ zeigen wir euch, wie Hostels sich besonders für die Umwelt, die Kultur und ihre Gemeinden engagieren:
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