So reist man nachhaltig in Kolumbien: 8 Tipps von Rucksacktouristen

Kolumbien ist wild, gastfreundlich und voller Überraschungen – und entwickelt sich rasch zu einem Favoriten auf der Backpacker-Route. Dieser Backpacker-Reiseführer für Kolumbien steckt voller praktischer Tipps und Empfehlungen von Reisenden, die das Land bereits erkundet haben und immer noch von den fünf verschiedenen Passionsfruchtsorten träumen.

Die perfekte Reiseroute für Kolumbien zusammenzustellen, ist gar nicht so einfach. Es gibt einfach zu viel Auswahl! Dieses Land hat einfach alles zu bieten: von üppigen Dschungeln und pulsierenden Städten über alte Geschichte und moderne Widerstandsfähigkeit bis hin zu warmen Stränden und noch herzlicheren Menschen.

Bevor du deine Reise überhaupt buchst, frag dich:

„Was für ein Reisender möchte ich sein?“

Ein nachhaltiger Reisender zu sein bedeutet nicht nur, CO₂-Emissionen zu reduzieren. Ein verantwortungsbewusster Reisender respektiert auch die Kultur und unterstützt die lokalen Gemeinschaften. Das Wichtigste ist, einen positiven Einfluss auf gesellschaftlicher, ökologischer und wirtschaftlicher Ebene zu hinterlassen.

So machst du es richtig – und hast dabei die Zeit deines Lebens!

Tipp 1: Übernachte in Hostels, die etwas zurückgeben

Finca el Maco

Gute Nachrichten: Mit der Entscheidung für ein Hostel hast du bereits einen großartigen Start hingelegt! Hostels verursachen nachweislich82 % weniger CO₂-Emissionen als Hotels.

Hostels sind nicht nur Übernachtungsmöglichkeiten, sondern oft auch Gemeinschaftszentren, Öko-Pioniere und soziale Projekte, die Arbeitsplätze für Einheimische schaffen, Raum für kulturellen Austausch bieten und ihre Umweltbelastung gering halten.

Schaut euch einfach mal an, was diese tollen Hostels alles leisten:

  • Die „Finca El Maco“ in San Agustín ist eine vollständig nachhaltige Öko-Lodge. Denk an solarbeheiztes Wasser, Dächer aus Zuckerrohrblättern und Erzeugnisse aus den eigenen Gärten.
  • Die Hacienda Venecia, eine bewirtschaftete Kaffeefarm und ein Hostel in der Nähe von Manizales, bildet Einheimische aus, beschäftigt sie und serviert einige der besten Kaffeesorten des Landes.
  • Das Botanico Hostel in Bogotá ist heute zwar ein Ort, an dem Rucksacktouristen übernachten und sich treffen können, diente aber einst als Versteck für die Revolutionärin Policarpa Salavarrieta, deren Vermächtnis dort heute durch Geschichtenerzählen gewürdigt wird.

Profi-Tipp: Nutze den „Nachhaltigkeitsfilter“ in der Hostelworld-App, wenn du nach Unterkünften mit einem verifizierten Nachhaltigkeitssiegel suchst, dem du vertrauen kannst.

Tipp 2: Iss lokal, kaufe lokal

Obstmarkt-Tour in Medellín

Unterstützt lokale Lebensmittelhändler, familiengeführte Cafés, Kunsthandwerker und Touren zu Kaffeefarmen oder in die Barrios. Jeder Peso, den ihr ausgebt, ist eine Stimme für die Art von Tourismus, die ihr unterstützen möchtet.

Speisen, die ihr unbedingt probieren solltet:

  • Bandeja paisa
  • Arepas de huevo
  • Frisch gefangener Fisch (vor allem, wenn du an die Karibikküste fährst!)
  • „Menu del día“ – damit kommt ein preisbewusster Reisender den ganzen Tag satt durch
  • Lass es dir mit dem Obst richtig gut gehen! Probier Avocados, Mangos, Drachenfrüchte, Passionsfrüchte und Guanabana

Wie sieht es mit Trinkgeld und Feilschen aus? In Restaurants wird üblicherweise eine Servicegebühr von 10 % berechnet, aber man sollte dich fragen, ob du diese mitberechnen möchtest. Ansonsten kannst du das Trinkgeld ganz nach eigenem Ermessen geben. Gib kein Trinkgeld in Münzen, aber habe immer Bargeld dabei.

Feilschen findet in der Regel nur auf lokalen Märkten und an Straßenständen statt – gehen Sie dabei einfach locker vor. Ein kleiner Rabatt für Sie kann für die Einheimischen einen großen Unterschied machen.

Tipp 3: Verringere deine Umweltbelastung

Sie müssen nicht perfekt sein – schließlich summieren sich auch kleine Maßnahmen. Nehmen Sie einfach ein paar clevere und einfache Umstellungen vor:

  • Wiederverwendbare Wasserflasche – vermeide den Kauf von Plastikflaschen
  • Sagen Sie „Nein“ zu Plastiktüten, bringen Sie Ihre eigene Einkaufstasche mit
  • Recyceln und Abfall minimieren
  • Packen Sie leicht
  • Verwende beim Schwimmen oder Schnorcheln rifffreundliche Sonnencreme
  • Duschen Sie kurz, besonders in trockenen Gebieten
  • Setzen Sie Klimaanlage und Heizung bewusst ein, lassen Sie sie nicht den ganzen Tag laufen

Denken Sie an die drei Rs: Reduzieren, Wiederverwenden, Recyceln – und schon sind Sie startklar.

Tipp 4: Knüpfe Kontakte zu Menschen, nicht nur zu Orten

Tour durch die Comuna 13 in Medellín

Kolumbiens Vergangenheit ist komplex, aber beeindruckend. Mach nicht nur Fotos oder begnüge dich mit oberflächlichen Erlebnissen. Wenn es sich wie eine Show anfühlt, ist es das wahrscheinlich auch.

Denk daran, dass das Reiseziel, das du besuchst, für jemanden ein Zuhause ist.

Hör zu. Lerne. Lass die Einheimischen ihre eigenen Geschichten erzählen. Erfahre die Geschichten hinter den Salsa-Schritten und den Stadtvierteln, die du besichtigst, und tausche deine To-do-Liste gegen Zeit ein, um mit Einheimischen zu plaudern.

Halte Ausschau nach Erlebnissen, die von Einheimischen geleitet werden und auf Respekt und Gegenseitigkeit basieren. Stelle unbedingt Fragen an den Anbieter der Tour: Wer ist der Reiseleiter, worin liegt seine Expertise und wie lange macht er das schon?

Ein paar Tipps von einer Alleinreisenden, die gerade aus Kolumbien zurückgekommen ist:

In Medellín bietet die „Comuna 13“-Tour unter der Leitung von Laura, einer Einheimischen, die dort aufgewachsen ist, einen unverfälschten Einblick in die Vergangenheit und Gegenwart des Viertels. Sie erzählt persönliche Geschichten, hinterfragt Klischees und zeigt dir die tatsächlichen Auswirkungen des Tourismus.

In Bogotá wird BePelican Tours von ehemaligen Bandenmitgliedern geleitet, die Reisende nun durch ihre alten Viertel führen. Es ist authentisch, ehrlich und unvergesslich.

In Salento solltest du dir die Vogelbeobachtungs- und Kaffeetouren auf keinen Fall entgehen lassen!

Wenn du nach anderen Reisenden suchst, mit denen du Zeit verbringen kannst, lade dir unbedingt unsere App herunter

Tipp 5: Nimm dir Zeit und reise, wann immer möglich, auf dem Landweg

… oder nimm ein Boot

Vielleicht ergatterst du einen günstigen Flug, aber die Emissionen summieren sich. Busse, Colectivos oder Mitfahrgelegenheiten mit Leuten, die du unterwegs triffst, sind besser für den Planeten und viel interessanter. Du weißt nie, was du dabei alles entdecken wirst.

Tipps für Reisende auf dem Landweg:

  • Das Busnetz in Kolumbien ist gut ausgebaut und sicher – schau dir COORMOTOR an
  • In Städten nimmst du am besten ein Uber
  • In ländlicheren Gegenden bitte dein Hostel, ein Motorradtaxi zu buchen
  • Vermeide es, zu ungewöhnlichen Zeiten anzukommen – oder organisiere dir im Voraus eine Fahrt zu deinem Hostel
  • Nimm mehrere Schichten Kleidung mit – die Klimaanlage im Bus ist kein Spaß
  • Besorge dir Snacks – es gibt zwar einige Zwischenstopps unterwegs, aber verlasse dich nicht darauf, dort etwas zu essen zu bekommen
  • Stell sicher, dass deine Powerbank voll aufgeladen ist

Gewöhne dich außerdem besser schon früh an die kolumbianische Zeit – hier gibt es nirgendwo Eile.

Ziehe auch in Betracht, die beliebtesten Reiseziele in der Hochsaison zu meiden. In der Nebensaison ist weniger los und du bekommst wahrscheinlich auch bessere Angebote!

Tipp 6: Informiere dich vor der Reise – und auch während du dort bist

Wandgemälde der Revolutionärin Policarpa Salavarrieta im El Botanico Hostel in Bogotá

Kolumbien hat so viel zu bieten – begnüge dich nicht damit, nur an der Oberfläche zu kratzen.

Informiere dich nicht nur über lokale Bräuche und Reisetipps, sondern auch über Kolumbiens Geschichte, Gesellschaft und Artenvielfalt. Hör dir vor deiner Abreise Podcasts an, um den gesellschaftlichen Kontext deines Reiseziels besser zu verstehen.

Denk daran, dass ein bisschen Taktgefühl viel bewirkt; mache keine Witze über die schmerzhaftesten Kapitel der kolumbianischen Geschichte.

Ein paar wichtige Sätze auf Spanisch zu lernen, ist ebenfalls sehr hilfreich, da viele Menschen kein Englisch sprechen.

Je mehr du verstehst, desto bedeutungsvoller wird deine Reise.

Tipp 7: Freiwilligenarbeit

Freiwilligenarbeit bei El Rio Buritaca

Freiwilligenarbeit kann wirklich eine der bedeutungsvollsten menschlichen Erfahrungen sein (vorausgesetzt, man geht sie richtig an). Es geht nicht darum, jemanden zu „retten“, sondern darum, vor Ort zu sein, zu lernen und deine Zeit und Fähigkeiten für etwas einzusetzen, das größer ist als du selbst.

Die El Rio Hostel Foundationin Buritaca organisiert Bildungs-, Sport- und Kunstprogramme für Kinder in einer Postkonfliktzone. Freiwillige werden geschult, unterstützt und wie Familienmitglieder aufgenommen. Auch wenn du dich nicht ehrenamtlich engagierst, kannst du trotzdem helfen. Bei El Rio finanziert der Kauf eines Rums mit Cola an den „Foundation Wednesdays“ 45 Minuten Unterricht.

Tipp 8: Teile, was du gelernt hast

Costeno Beach Hostel in Santa Marta

Deine Reise endet nicht, wenn du nach Hause fliegst – lass die Geschichte weiterleben. Erzähle den Menschen vom echten Kolumbien (jenseits der Klischees), poste über die bedeutungsvollen Erlebnisse, die du hattest, und setze dich in deinem Umfeld für verantwortungsbewusstes Reisen ein.

Und denk daran! Es geht nicht um Perfektion, sondern um die Absicht. Sei neugierig, achtsam und lernbereit. Und wenn du das tust, wird Kolumbien dir mehr geben, als du jemals erwartet hättest.

Also los, lerne die Welt kennen. Lerne deine Mitmenschen kennen. Und hilf dabei, eine bessere Welt zu gestalten.

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