Ex-Jugoslawien: Eines der bestgehüteten Backpacker-Geheimnisse

Ex-Jugoslawien: Eines der bestgehüteten Backpacker-Geheimnisse

Backpacker-Trips fürs kleine Budget? Die meisten denken da sofort an Ostasien, wo Reisende zum Beispiel in Thailand, Vietnam oder Kambodscha für vergleichsweise wenig Geld wie die Könige leben können. Aber: Du musst gar nicht um die halbe Welt reisen, um es dir für etwa 5€ pro Nacht in einem Hostel gemütlich zu machen und Bier für nur 50 Cent zu genießen. Viele europäische Länder können ebenso mit kleinem Budget erkundet werden – und du sparst dir die teuren Flugkosten! Viel zu wenig beachtet sind die Länder Ex-Jugoslawiens. Hier kannst du die tollsten Abenteuer erleben, wenn du nur weißt, wo du genau hin musst. Wir haben ein paar Anregungen und Tipps für den perfekten Balkantrip – der dein Budget nicht sprengen wird!

Die Stars unter den Republiken des ehemals vereinten Jugoslawien sind wohl Kroatien und Slowenien – zumindest aus Sicht des westlichen Tourismus. Sie haben sich einen guten Ruf als Urlaubsdestinationen erarbeitet. Kroatien ist mit seiner atemberaubenden Adriaküste und über 2000 grünen, sonnengeküssten Inseln das wohl touristischste dieser Länder. Aber auch Slowenien hat eine Nische für sich entdeckt und sich als Großteils unberührte Oase für Outdoor-Aktivitäten wie Ski-Fahren und Wandern etabliert. Blickt man hinter diese bekannten Urlaubsorte, findet sich ein ganzes Universum voller Schnäppchen und Geheimtipps, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Bosnien, Mazedonien, Serbien – wo soll’s zuerst hingehen?

Bosnien & Herzegowina

Das überwiegend muslimische Land im Zentrum Ex-Jugoslawiens verfügt über eine vielseitige und interessante Geschichte, die nicht zuletzt durch das Verschmelzen der kulturellen Stile deutlich wird. Katholische und orthodoxe Kirchen stehen Seite an Seite neben historischen Synagogen und den Minaretten antiker Moscheen.

Obwohl die Narben des Bosnienkrieges in der kosmopolitischen Hauptstadt noch immer zu sehen sind, ist Sarajevo weit mehr als die ehemalige Kulisse des Blutvergießens und definitiv einen Besuch wert! Mit atemberaubender Architektur und toller Kaffeehauskultur (vom Pariser Stil angehaucht), ist der richtige Juwel der Stadt das Baščaršija-Viertel mit seinen verkehrsbefreiten gepflasterten Straßen und dem im osmanischen Stil gehaltenen Bazar voller kleiner Ständchen. Du möchtest ausprobieren, wie gut du handeln kannst? Dann ist das definitiv der richtige Ort für dich! Denk nicht mal dran, den regulären Preis zu bezahlen, handeln gehört hier dazu! 

Setz dich in eines der vielen süßen Cafés und gönn dir ein leckeres Essen für weniger als 5 € – das Bier dazu sollte dich nicht viel mehr als einen Euro kosten! Sei dir aber der religiösen und kulturellen Traditionen bewusst, an manchen Orten wird zum Beispiel kein Alkohol serviert. Es ist also immer gut, dich zu informieren, bevor du ein „Sarajevsko Pivo“ (Bosniens beliebtestes Bier) bestellst.

Auch Koffeinjunkies kommen in Bosnien & Herzegowina auf ihre Kosten: Wenn die Bosnier von Kaffee sprechen, meinen sie damit das, was wir als „türkischen Kaffee“ bezeichnen. Nenn es aber bloß nie so! Die Bosnier sind furchtbar stolz auf ihre Tradition des Kaffeemachens und kein Besuch des Landes wäre vollständig, ohne eine Tasse des reichhaltigen und aromatischen, traditionell gebrauten „Bosanska kafa“ zu probieren. Selbst in schickeren Cafés sollte dich eine Tasse davon nicht viel mehr als einen Euro kosten – also auf keinen Fall entgehen lassen!

Wo du wohnen solltest:

Du bist nach Sarajevo gekommen, um einen Einblick in dessen politisch wichtige Geschichte zu bekommen? Dann ist das Franz Ferdinand Hostel genau das Richtige für dich! Das Hostel überzeugt mit seiner Lage mitten im Stadtzentrum und bietet sowohl Schlafsäle als auch Privatzimmer an. Alternativ dazu kannst du dem Hostel City Centre einen Besuch abstatten, das, wie der Name schon sagt, perfekt gelegen ist und ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis vorzuweisen hat.

Serbien

Serbien, früher mal das schlagende Herz Jugoslawiens, ist heute, verglichen mit seinen Nachbarn, ein relativ armes und unbeliebtes Land. Völlig von Land umschlossen, fehlt Serbien das touristenanziehende Potential von Kroatien oder Montenegro mit seinen kilometerlangen unberührten Küsten. Der ein oder andere Tourist lässt sich auch vom kyrillischen Alphabet abschrecken. Dass Serbien bei Touristen nicht sehr beliebt ist, ist aber in vielerlei Hinsicht sein größter Vorteil! Es gibt wenige europäische Hauptstädte, die Belgrad in puncto Preis-Leistungs-Verhältnis schlagen können!
Vom finanziellen Anreiz mal abgesehen, hat die historische jugoslawische Hauptstadt aber noch so einiges mehr zu bieten: prächtige Kultur, lebhaftes Nachtleben und wirklich schöne Landschaften. Dazu kommt, dass es eine sehr sichere Stadt ist, in der Straßenkriminalität extrem selten vorkommt.

Wie überall empfiehlt es sich, die lokalen Gepflogenheiten zu kennen – unter anderem in Bezug aufs Fotografieren: Bestimmte öffentliche Gebäude dürfen nicht abgelichtet werden und es gilt als respektlos, die zerfallenen Überbleibsel von bombardierten Gebäuden zu fotografieren.
Hingegen ist die riesige Zitadelle, die die Skyline des Stadtzentrums dominiert, ein beliebtes Fotomotiv und ein absolutes Must-See. Es ist der perfekte Ort, um in die serbische Geschichte einzutauchen, aber auch, um an einem lauschigen Plätzchen ein kühles Bier zu genießen, während du deinen Blick über die Donau und die Save schweifen lässt. Apropos Bier: Es wird dir äußerst selten passieren, dass dir für ein lokales Bier mehr als 1€ (ungefähr 150 Serbische Dinar) berechnet wird.

Wenn du scharf darauf bist, bis in die Morgenstunden zu feiern, dann wirst du in der serbischen Hauptstadt nicht zu kurz kommen. Vor allem entlang des Flussufers findest du viele coole Nachtlokale. Die Musik in den Clubs wird dir vielleicht zunächst seltsam erscheinen, es handelt sich um ein etwas eigenartiges Genre, das als „Turbo Folk“ bezeichnet wird. Das ist nicht so dein Ding? Kein Problem! In der riesigen Metropole findet sich für jeden Geschmack die richtige Location. Gönn dir einen vornehmen Cocktail in der trendigen Bar „Central“, oder schlag dir im „Idiot“ – einer lebhaften Indie-Kellerbar mit toller Atmosphäre – die Nacht um die Ohren.

Wo du wohnen solltest:

Einen authentischen Einblick in den serbischen Lebensstil bekommst du im ausschließlich von Freiwilligen geführten Non-Profit Green Studio Hostel & Lounge. Das Hostel ist nahe am Hauptbahnhof gelegen und bietet günstige Schlafmöglichkeiten an. Und der „Rakija“ (allgegenwärtiger Obstbrand) fließt!

Die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien

In der Sonne glitzernde Seen und majestätische Berge – Mazedonien hat für Backpacker einiges im Angebot. Und das Beste daran: Das Land ist trotz alledem ein wahrer Geheimtipp!

Ein absolutes Highlight in der Hauptstadt Skopje ist der malerische Altstadt-Bazar, dem mehr als nur ein Hauch Istanbul anhaftet. Hier kannst du durch schmale, Labyrinth-ähnliche und sich windende Gassen voll mit Handwerkskunst, Kebab-Häusern und Coffee-Shops spazieren. Außerdem ist es die beste Gegend, um ein erfrischendes „Skopsko“ (das Lieblingsbier der Mazedonier) zu genießen – auch hier für meist weniger als einen Euro!
Auch Essen gehen ist unglaublich günstig. Wenn wir an das leckere gegrillte Fleisch und den traditionellen Schopska-Salat denken, läuft uns das Wasser im Munde zusammen… Und auch Nachtschwärmer kommen in Skopje auf ihre Kosten! Beachte aber, dass lokale Gesetze Geschäften verbieten, nach 19 Uhr noch Alkohol zu verkaufen. Wenn du also planst, auf eine Party zu gehen, bevor du die Clubszene erkundest, deck dich früh genug mit Getränken ein – alternativ kannst du natürlich auch einfach in einer der coolen Bars etwas trinken! Perfekt für den ein oder anderen sommerlichen Drink ist die „Old Town Brewery“. Hier hast du eine große Auswahl an günstigen Bieren, hergestellt in der eigenen Mikrobrauerei. Den besten Kebab der Stadt bekommst du übrigens bei „Gostilnica“ in der Altstadt.

Wo du wohnen solltest:

Obwohl Skopje als Reiseziel ein eher unbekanntes Dasein fristet, findest du hier viele tolle Hostels. Zum Beispiel das Art-Hostel Riverside mit seinen gemischten Schlafsälen und Privatzimmern, seiner zentralen Lage und der heimeligen Atmosphäre. Oder das quirky Lounge Hostel, das Zimmer mit Balkonen im Repertoire hat, von denen aus du einen perfekten Blick auf den Stadtpark hast.

Gastbeitrag von Ed Phelan

Danke an Wikipedia Commons und an fish tsoi, Predrag_Bubalo und Andrzej Wójtowicz für die tollen Bilder!

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Über den Autor

Viktoria Troescher

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