Allein um die Welt: So einfach lernst du auf Reisen neue Leute kennen

Du bist drauf und dran, die Reise ins Unbekannte anzutreten? Du schaust zum Horizont, den du vor lauter Nebel aber nicht richtig erkennen kannst? Dein neues Leben liegt vor dir, aber du weißt nicht, was dich erwartet. Zum gefühlt hundertsten Mal hievst du den brandneuen, wahnsinnig schweren Rucksack auf den Rücken, nur um zu testen, wie es sich anfühlt. Er ist mit ungewohnten Dingen gefüllt, die du nur gekauft hast, weil du sie an all den noch unbekannten Orten eventuell gebrauchen könntest. Unter ihnen das glänzende, nagelneue Paar Wanderstiefel, das du wohl lieber hättest eintragen sollen, aber keine Zeit dafür hattest. Auch denkst du an die Bambus-Reisesocken, von denen du sogar zwei Paar gekauft hast – man weiß ja nie.

Dein bisheriges Leben ist drauf und dran sich zu ändern. Und auch wenn der Nervenkitzel groß ist, weil die Zukunft das ein oder andere Abenteuer für dich bereithält, geistern auch Zweifel in deinem Kopf herum: Was, wenn ich das alles nicht schaffe? Was mache ich, wenn Reisen doch nichts für mich ist? Wie um alles in der Welt werde ich mit Menschen reden, deren Sprache ich nicht spreche?

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@teejayhughes

Warum Reisebekanntschaften wichtig sind

Beim Reisen erfolgreich Kontakte zu knüpfen fühlt sich richtig gut an, besonders wenn sie nachhaltig sind und das anfängliche Kennenlernen überdauern. Wahrscheinlich liegt es daran, dass man als die verletzlichste Version seiner selbst unterwegs ist. Weder vertraute Freunde, noch eine dir bekannte Umgebungen bieten Hilfestellung beim Networking. Vielmehr ist man völlig auf sich gestellt und in den meisten Fällen auch noch mit einer fremden Sprache konfrontiert. Wenn trotz dieser Hindernisse, erfolgreich neue Bekanntschaften machst, ist das einzig und allein dein eigener Verdienst.

In der Theorie könnte Reisen recht einsam sein. Man ist ständig unterwegs, bleibt nirgends wirklich lang, dauerhafte Beziehungen aufzubauen ist daher schwierig. Wirklich? Weit gefehlt, denn Reisebekanntschaften sind meist sehr intensive Bekanntschaften. Interessante Menschen gibt es an jeder Straßenecke, in jedem Café, an jedem Strand und sogar in den Bergen. Wer lacht, offen ist, zuhört, beobachtet und Fragen stellt, wird keine Probleme haben. Zudem spielt es keine Rolle, ob du mit deinem Schlafsack in einem Mehrbettzimmer liegst oder deinen Körper den Inka-Pfad hochschleppst, interessante Menschen gibt es überall.

Und drei Mal darfst du raten, du bist für andere genauso interessant! Selbst wenn du aus einer Stadt kommst, die keiner kennt und du bis jetzt nicht viel erlebt hast, weil du von Schule, Uni und Arbeit eingenommen warst – absolut unwichtig! Denn sobald du in einem fremden Land die Füße aus dem Flieger streckst, bist du der Exot, das ungewöhnliche Gesicht mit einer einzigartigen Geschichte. Was für dich banal und selbstverständlich ist, erscheint einem anderen als außergewöhnliche Lebensgeschichte.

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Je länger du auf Reisen bist, desto größer wird dein Repertoire an Geschichten und Anekdoten. Nach und nach wirst du dich auch weiter öffnen und deine Erfahrungen mit anderen teilen, Neues dazulernen und das neu Erlernte wieder teilen.

Verliere dich selbst

Sich selbst zu verlieren ist eine unglaublich wichtige und schöne Erfahrung. Reisen wirkt befreiend. Es befreit dich von den Narben des Lebens, von Problemen, Beziehungskatastrophen, Gedanken an peinliche Situationen oder an die schwere Vergangenheit. All das wird dir immer unwichtiger erscheinen und nach und nach löst du dich von deinem Ballast, den du Tag für Tag mit dir herumgetragen hast. Weit weg von deiner Familie, deiner Clique, deiner gewohnten Umgebung findest du endlich zu dir selbst. Befreie dich von all diesen Zwängen bis du an deinem Kern angelangt bist.

Vielleicht fühlst du dich anfangs etwas verloren und beobachtest das Geschehen zunächst schüchtern von der Seite. Doch sobald du Vertrauen in die neue Situation gefasst hast, kannst du sorglos in die Menge eintauchen und dich in unbekannte Gefilde aufmachen. Lasse los und lasse dich ein.

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 Away With The Fairies Hostel ? @labuschagnehannes

Finde dich selbst (immer und immer wieder)

Sobald du ein wenig Zeit hast, versuche herauszufinden, was dich bewegt. Sei es ein Buch, das dich inspiriert oder ein Film, der deinen Geist berührt, gehe in dich und spüre dich selbst. Bei mir war es die Liebe zum Schreiben, zur Fotografie, Natur, Spiritualität und dem Meer – all das, was ich im Wirrwarr des täglichen Lebens bereits völlig verloren und vergessen hatte. Ich war schon immer eine Wasserratte, doch das Reisen hat mir ermöglicht, meine Liebe zum Wasser auf einer höheren Ebene zu erleben. Ich lernte tauchen, surfen, segeln und nahm die neu erworbenen Fähigkeiten von da an mit auf meine Weltreise.

Sicherlich wirst du ab und zu in Situationen geraten, die dir unangenehm sind. Du wirst Dinge tun, die du eigentlich nicht tun willst. Doch genau so lernst du dich selbst kennen. Wie wäre es mit einem Flamenco-Tanzkurs in Guatemala, um deine Tanzfähigkeiten aus Schulzeiten wieder aufzufrischen? Vielleicht inspiriert dich die Landschaft Neuseelands zum Kauf eines Skizzenbuchs und du entdeckst deine künstlerische Ader? Wer weiß schon, wohin der Weg führt. Erfinde dich selbst.

Tu das, was du liebst

Nachdem du dich verloren und wieder gefunden hast, konzentriere dich auf das, was dir Spaß macht. Denn genau hier findest du Gleichgesinnte. Deine zukünftige Reise-Crew macht genau die Dinge, die du machen möchtest und wartet quasi nur noch auf dich. Wenn du ein Kunstlieber bist, schau in großen und kleinen Galerien vorbei, erkunde neuartige Straßenkunst oder belege einen Kunstkurs in einem Land, dessen Kultur du bis jetzt nicht kanntest. Wenn du dich eher für Geschichte interessierst, führt dich deine Reise in Museen und zu geschichtlich bedeutsamen Stätten. Wenn du Glück hast, triffst du auf Einheimische, die dir eine interessante Geschichte erzählen, die du so in keinem Reiseführer nachlesen kannst. Geht dein Wohlbefinden eher durch den Magen? Dann belege auf deiner Reise einen Kochkurs. Wer weiß, vielleicht lernst du in der kleinen Thai-Küche mit Blick auf die Berge in Chiang Mai beim Kosten des selbstgekochten Pad Thai deine zukünftige Reise-Crew kennen? Köche kochen, Surfer surfen, Tänzer tanzen und Yogis machen Yoga, es ist so einfach, Seinesgleichen zu treffen. Insbesondere wenn man unterwegs ist und nur das tut, was man liebt. Und wenn alles schief geht, bleibt immer noch die Bar im Hostel, an der am Ende des Tages alle zusammen kommen.

8 Tipps, um neue Leute kennenzulernen

Wenn du extrovertiert bist und ohne Probleme auf andere zugehen kannst, herzlichen Glückwunsch. Wenn nicht, dann könnten diese acht Tipps dabei helfen, auf Reisen neue Leute kennenzulernen.

1. Lache viel

Ein offenes, warmes Lachen und Lächeln macht dich für jeden Menschen sympathisch und automatisch zugänglich. Ein echtes Lachen durchbricht jede Sprachbarriere und ist die Eintrittskarte, um schnell mit Fremden ins Gespräch zu kommen.

2. Mische dich unter Einheimische

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? @globaldegree

Einige meiner besten Freundschaften sind dadurch entstanden, dass ich mich auf meinen Reisen immer wieder unters Volk gemischt habe. Ich bin nicht im Hostel geblieben, um dort mit anderen Reisenden Billard zu spielen, sondern bin den lokalen Pub gegangen, um Einheimische zu treffen. So habe ich einige wirklich lebensverändernde Gespräche geführt und bin eindrucksvollen Menschen begegnet, die meine Sicht auf die Welt geprägt haben.

3. Vergiss Stereotypen

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? Deutschland gegen Portugal im Lucky Lake Hostel in Amsterdam

Welche Stereotypen werden deinem Herkunftsland nachgesagt? Willst du selbst so wahrgenommen werden? Entsprechen sie überhaupt der Realität? Beim Reisen geht es unter anderem darum, jegliche Vorurteile, die sich im Laufe des Lebens angesammelt haben, über Bord zu werfen. Vergiss, dass Leute einem gewissen Bild entsprechen sollen, sondern mache dir ein ganz eigenes von ihnen. Gehst du ohne Vorurteile auf Menschen zu, wirst du sie automatisch so kennenlernen, wie sie wirklich sind und zudem die beste Version ihrer selbst.

4. Zeige Interesse und höre zu

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? @lola.photography

Jeder Mensch möchte seine eigene Geschichte erzählen. Also sei freundlich, aufmerksam und nimm dir Zeit, um wirklich zuzuhören. Wenn du es nicht aushalten kannst, weil du deine eigene Meinung kundtun möchtest, könnte es sein, dass du eine wertvolle Geschichte verpasst. Siehe es als Geschenk, dass Fremde ihre Geschichte mit dir teilen, also höre gut zu und lerne.

5. Lerne eine neue Sprache (oder tu so als ob)

Es gibt immer einen Weg, sich sogar mit wenigen Worten halbwegs zu verständigen. Dennoch ist es leichter und verleiht der Unterhaltung eine tiefere Ebene, wenn du die Sprache deines Gegenübers verstehst und sprichst. Eine fremde Sprache zu lernen, selbst wenn es nur ein paar Worte sind, kann helfen, die Sprachbarriere herabzusetzen. Natürlich ist es unmöglich, jede Sprache der Welt zu erlernen. Hier hilft glücklicherweise die Technik. Das neue “Speak the World”-Feature in der Hostelworld App ist beispielsweise ein praktischer Helfer, wenn du an deine sprachlichen Grenzen gelangst. Sobald du jemanden kennenlernen oder einfach nur nach dem Weg fragen möchtest, ist sie zur Stelle und bietet dir ein ganz neues Spektrum an Gesprächsmöglichkeiten.

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6. Übernachte in Dorms

Es ist keine Neuigkeit, dass Gemeinschaftsräume und -schlafsäle in Hostels zu den Orten gehören, an denen man am leichtesten mit Fremden in Kontakt kommt. Wer andere Reisende treffen möchte, sollte immer in einem Hostel übernachten. Nicht nur im Schlafsaal, sondern auch in der Gemeinschaftsküche oder der Bar hängen oft Alleinreisende herum, die genauso auf der Suche nach neuen Bekanntschaften sind. Online-Bewertungen lassen meist sehr gut auf die Atmosphäre vor Ort schließen. So findet jeder, was er sucht: eine Party-Herberge oder auch das gemütliche Yoga-Surf-Hostel.

7. Geh wandern

Manchmal brauchst du nur ein gemeinsames Erlebnis, um ins Gespräch zu kommen. Der perfekte Anstoß dafür sind Ausflüge und gemeinsame Aktivitäten. Auf Wandertouren oder bei Sportkursen triffst du auf eine komplette Gruppe von Gleichgesinnten. Sobald man gemeinsam aktiv wird und etwas Neues lernt, gibt es automatisch Gesprächsstoff. Der Austausch mit den anderen Teilnehmern kann auch eine gute Informationsquelle sein, um den ein oder anderen Tipp über die Region zu erhalten.

8. Urteile nicht

Egal, wer oder was dir über den Weg läuft, versuche nicht voreilig zu urteilen. Manchmal ist einfach nur die Andersartigkeit Grund für deinen schockierten ersten Eindruck. Selbst der dicke Kerl, der schon mittags betrunken an der Bar sitzt, könnte mit unglaublich spannenden Geschichten überraschen. Auch das Alter ist irrelevant. Du wirst schnell merken, dass jeder Mensch etwas zu bieten hat. Natürlich ist es nicht schlimm, wenn du nicht mit jedem auf einer Wellenlänge bist. Verzage nicht, deine Reise-Crew wartet vielleicht immer noch an der nächsten Ecke, dem nächsten Hostel, der nächsten Stadt oder der nächsten Insel auf dich.

Deine Reise-Crew

Dir wird sicherlich auffallen, dass manche Reisende ihr Leben auf der Zunge tragen und bereit sind, ihre innersten Gefühle, Träume und Bestrebungen zu teilen, die sie im wahren Leben allerdings niemals aussprechen würden. Es ist die Chance, andere nicht mit Problemen und Ängsten zu belasten, sondern Erfahrungen und Meinungen auszutauschen, zuzuhören und zu lernen.

All deine Reisehighlights sind im Grunde nur so besonders, weil du sie mit anderen Menschen teilen konntest. Du denkst im Nachhinein nur an das geheime Café, den perfekten Sonnenuntergang oder das romantische Lagerfeuer, weil du diese Momente in einer Gruppe erlebt hast. Genauso ist es bei abenteuerlichen Erlebnissen wie tagelangen Wanderungen, die Suche nach etwas Essbarem in der Wüste oder einer unbequemen Übernachtung im Nachtzug. Auch körperliche Anstrengung und Bewährungsproben lassen sich gemeinsam leichter ertragen.

Das Reisen wird deine Vorstellung von Freundschaft neu definieren und zahlreiche interessante Menschen in dein Leben bringen. Die Straßen sind voll von Menschen, die ihre Komfortzone verlassen haben, die Welt erkunden und eine andere Realitäten erleben möchten. Deine Gleichgesinnten sind irgendwo da draußen, egal wie introvertiert oder komisch du dich selbst findest. Das Schöne am Reisen ist, dass du nicht mehr gezwungen bist, Freundschaften auf einen begrenzten Raum zu beschränken. Du kannst eine Welt voller faszinierender Menschen erkunden und neue Freundschaften schließen.

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? @lola.photography

Meine Reise-Crew

Wenn ich von meinen Reisen erzähle, kann ich nicht anders, als an die vielen netten Menschen zu denken, denen ich unterwegs begegnet bin. Da gab es John in Südafrika, der mich in die Herberge eingeladen hat, in der er arbeitete und der mir zeigte, wie man “Bunny Chow” (Curry in Brot!) zubereite. Die Gruppe Fidschianer, mit denen ich einen ganzen Tag über Religion diskutierte. Den Hostel-Rezeptionisten Robert in San José, der mich zu seinen Lieblingsplätzen in der Stadt führte und mich das beste Eis der Welt probieren ließ. Den 79-jährigen Harold, den ich auf dem Inka-Trail traf und der mir von seinen vielen Abenteuern erzählte. Den coolen, im Gesicht tätowierten Maori, mit dem ich in den heißen Quellen von Rotorua chillte und der mir die Geschichte seines Volkes ans Herz legte. Die stilvollen Tibeterinnen, deren Gesichter schmerzverzogen waren und doch ein schelmisches Lächeln hervorbrachten. Meine philippinischen Freunde, die in einem malaysischen Hostel mit mir aßen und mich überredeten, eine ganze Woche länger zu bleiben, weil wir uns so gut verstanden. Und noch so viele mehr.

Doch jetzt bist du dran…

Folge mir und meinen Reisen auf www.visionsofjohanna.org  oder auf Instagram 

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