5 Tage in Berlin Deutschland
Tag 1 – Teilung? Welche Teilung?
Wir alle wissen, dass Berlin bis zum Mauerfall im Jahre 1989 eine geteilte Stadt war. Mit dem Mauerfall fielen auch einige der sozialen Unterschiede zwischen Ost und West. Seitdem arbeiten beide Seiten am Neuaufbau, der Ostteil der Stadt an manchen Orten nicht ganz so schnell. Egal, in welchem Teil der Stadt du unterkommst, nimm dir auf jeden Fall ein paar Stunden Zeit, deine nähere Umgebung zu erkunden und dich zu orientieren.
Im Stadtzentrum befindet sich der berühmte Berliner Zoo. Er liegt südwestlich des Tiergartens, dem großen Park mitten im Zentrum der Stadt. Der im Jahre 1844 errichtete Zoo ist der älteste Zoo Deutschlands und beherbergt heute Tausende von Tierarten, viele davon in weitläufigen Gehegen.
Direkt neben dem Zoo befindet sich das ebenfalls sehenswerte Aquarium, in dem über 9 000 verschiedene Fische, Reptilien und anderes Getier zu Hause sind. Das Aquarium ist nichts für empfindliche Gemüter, da hier auch jede Menge Krokodile und Spinnen zu sehen sind.
Das Nachtleben in Berlin muss man einfach erleben. Die Auswahl an Bars und Nachtclubs bietet etwas für jeden Geschmack. Viele hippe Bars findest du auf dem Savignyplatz in Charlottenburg. Allerdings ist dieser westlich des Stadtzentrums gelegene Platz auch ein absoluter Touristenanziehungspunkt.
Tag 2 – Rauf aufs Rad!
Wenn du so viel wie möglich an einem Tag von Berlin sehen möchtest, nimm das Rad. Zu Fuß sind einige Entfernungen zwischen Sehenswürdigkeiten einfach zu weit. Mach mit bei einer der Radtouren durch die Stadt. Es werden viele Sehenswürdigkeiten in beiden Teilen der Stadt angefahren, unter anderem alte Bunker, die Überbleibsel der Berliner Mauer und das Brandenburger Tor. Die Tour endet in einem der Biergärten der Stadt, sozusagen ein krönender Abschluss.
Die meisten Radtouren durch Berlin dauern bis in den Nachmittag. Du hast also ausreichend Zeit zum Ausruhen und Entspannen, bevor du abends auf die Piste gehst. Deutschland ist zwar bekannt für sein Bier, viele Restaurants bieten jedoch auch eine ansehnliche Weinkarte zum Essen. Berlin ist da keine Ausnahme. In Mitte im Ostteil der Stadt findest du viele günstige Möglichkeiten für den kleinen und großen Hunger. Insbesondere auf dem Alexanderplatz gibt es eine Menge Straßenverkäufer.
Lebendigere Bars als die am Savignyplatz findest du bei einem Bummel in Richtung Pariser Straße. Diese Straße liegt in der Nähe des Mittebezirks. Hier gibt’s jede Menge Kneipen, Bars und auch einige Nachtclubs, falls du bis zum frühen Morgen durchtanzen möchtest.
Tag 3 – Im Spreewald
Berlin liegt mitten in Brandenburg. Falls du dich einige Tage in Berlin aufhältst, kannst du Abstecher in verschiedene Städte außerhalb Berlins machen.
Für sportliche und Outdoor-Typen ist der Spreewald genau das richtige Ziel. Der 90 km südlich von Berlin gelegene Wald ist 287 Quadratkilometer groß. In dem über 400 km langen Labyrinth aus Flüssen und Kanälen kann man entspannt Stocherkahn fahren. Diese flachen Boote werden von Kahnführern mit langen Stöckern bewegt. Sie ähneln den Gondeln in Venedig.
Wenn das Schippern auf den Wasserwegen nicht dein Ding ist, kannst du auf den zahlreichen Wegen wandern oder Rad fahren.
Alle zwei Stunden fahren Züge vom Bahnhof Zoo in Richtung Spreewald. Die Fahrt dauert ungefähr 90 Minuten.
Tag 4 – Kulturliebhaber in Berlin
Berlin ist ein sehr geschichtsträchtiger Ort. Beim Spazierengehen durch die Stadt fällt auf, dass einige Statuen und Denkmäler noch immer vom Krieg gezeichnet sind. Einige Museen widmen sich ebenfalls der ereignisreichen Geschichte der Stadt.
Das Haus am Checkpoint Charlie liegt direkt neben dem früheren Checkpoint Charlie an der Berliner Mauer. Hier wird die Geschichte der Mauer und des Checkpoints gezeigt. Die Sammlung des Museums enthält unter anderem mit Graffiti bemalte Teile der Original-Mauer sowie Werkzeuge, mit denen Flüchtlinge versuchten, in den Westteil der Stadt zu kommen.
Im September 2001 wurde das Jüdische Museum eröffnet. Es erzählt die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Berlin. Das einzigartige Gebäude hat 1 005 Fenster, jedes in einer anderen Form. Die Sammlung des Museums enthält Portraits von bekannten deutschen Juden, verschiedene Dokumente, Fotos und weitere Artefakte. Dieses Museum gehört zu größten seiner Art in Europa.
Wenn du ein Museum besuchen möchtest, das weniger schwere Kost zeigt, versuche Die Sammlung Berggruen: Picasso und seine Zeit. Hier wird die Sammlung von Heinz Berggruen, einem der bekanntesten Kunsthändler Deutschlands, gezeigt. Hauptsächlich besteht die Sammlung aus Gemälden von Picasso. Sie enthält aber auch einige Werke von Van Gogh und dem berühmten französischen Maler Paul Cézanne.
Zu einem Besuch in Berlin gehört auf jeden Fall ein nächtlicher Zug durch die Clubs. Einer der bekanntesten Clubs ist das WMF in der Johannisstraße. Hier dröhnt alles von Drum n Bass bis hin zu Hardcore-Techno aus den Boxen, und das Publikum ist ebenso gemischt. Techno-Fans besuchen auch gerne den Sage Club an der Ecke Köpenickerstraße und Brückenstraße.
Wenn der Klang einer dröhnenden Baseline in deinen Ohren klingt wie kratzende Fingernägel an einer Tafel, dann geh mit den anderen Grunge-Fans im Bergwerk in Mitte abhotten. Hier treibt sich allerlei gemischtes Volk rum.
Tag 5 – Das klassische Berlin
Vielen Besuchern fällt gar nicht auf, dass in Berlins Straßen jede Menge Gebäude klassischer Architektur zu bewundern sind. Nach fünf Tagen in Berlin denkt man, man hat fast alles gesehen, aber dem ist nicht so. In der Stadt gibt es Gebäude, die Hunderte von Jahren alt sind und den Krieg unbeschadet überstanden haben.
Bei Stadtführungen kannst du alle klassischen Gebäude bewundern. Dazu gehört beispielsweise das als Zeichen des Friedens errichtete Brandenburger Tor aus dem Jahre 1791, die Sankt-Hedwigs-Kathedrale, das wohl bekannteste „politische“ Gebäude der Stadt, das Reichstagsgebäude aus dem Jahre 1894, sowie die berühmte Berliner Mauer.
Ein solcher Gang durch die Stadt ist schon anstrengend. Entspannter ist da ein Spaziergang durch den Tiergarten, dem schönen Park mitten in der Stadt. Der Park erstreckt sich über 167 Hektar und ist einer der größten Stadtparks der Welt. Im Park kannst du an diversen Seen und auf Wiesen verweilen, und auf den vielen Wegen ausgedehnte Spaziergänge unternehmen. Der Park bietet auch einige Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise die Siegessäule. Nordöstlich vom Park befindet sich das Neue Regierungsviertel.
Im Südosten der Stadt liegt das alternative Viertel Kreuzberg. Entlang der Wiener Straße und der Oranienstraße liegen eine Reihe von Grunge-Bars. Für Fans darstellender Künste ist das hier der ideale Ort. Hier gibt es viele Tanz- und Theaterveranstaltungen.
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