Die Transsibirische Eisenbahn – auf Schienen durchs Nirgendwo
Russland ist groß, verdammt groß. Groß genug für eine Eisenbahnstrecke, die über 9000 Kilometer von West nach Ost fast das ganze Land durchquert – die legendäre Transsibirische Eisenbahn. Von der Hauptstadt Moskau bis nach Wladiwostok am Pazifischen Ozean gegenüber von Japan dauert die Fahrt durch die einzigartige Landschaft Sibiriens sechs Tage und ist ein Abenteuer.

9288 Kilometer sind die Schienen lang, auf denen die Eisenbahn mit einer Höchstgeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern durch die Landschaft fährt. Wer bisher nur in Deutschland oder Europa mit der Bahn unterwegs war, kann sich die Größenverhältnisse kaum vorstellen. Von Nord nach Süd durchquert die „Transsib“ eine Strecke von ungefähr 1400 Kilometern, so viel wie von Flensburg bis nach Rom. Und von Moskau im Westen bis nach Wladiwostok im Osten sind es 7000 Kilometer Luftlinie. Ein paar weitere Superlative der längsten Bahnfahrt der Welt: An der Strecke liegen 89 Städte und die Eisenbahn hält an über 400 Bahnhöfen. 16 Flüsse werden überquert und bei Kilometer 1777 (von Moskau aus) passiert der Zug im Ural-Gebirge die Grenze zwischen Europa und Asien.

Zu den sehenswertesten Stationen an der Strecke gehört unter anderem Irkutsk (Bild oben), das „Paris Sibiriens“. Die Stadt liegt auf etwas zwei Dritteln der Strecke in der Nähe des malerischen Baikalsees und verfügt über eine sehenswerte Architektur und viele Theater und Museen, darunter das Heimatmuseum, wo Du alles über das Leben in Sibirien erfahren kannst. Ein Brand zerstörte 1879 drei Viertel der meist aus Holz gebauten Häuser der Stadt. Der Wiederaufbau – unter der Verwendung von weniger Holz und mehr Stein – ging aufgrund des Reichtums der Stadt sehr schnell. Während der Sowjetzeit wurde allerdings recht wenig gebaut. Daher finden sich kaum sowjetische Plattenbauten und Zweckkonstruktionen in der Stadt. Ein Ausflug zum Weltnaturerbe Baikalsee, größten Trinkwasserreservoir der Welt, ist natürlich auch Pflicht.

Etwas abseits der Hauptstrecke und südlich vom Baikalsee findest Du Ulan Bator (Bild oben), Hauptstadt und kulturelles Zentrum der Mongolei. Tradition und Moderne treffen hier mitten im Herzen Asiens aufeinander. Zu den Highlights gehören das jährliche Nadaam-Sportfest am 11.Juli und die diversen, teils etwas skurrilen Museen: das Kamelmuseum, das Theatermuseum mit seiner Marionettensammlung und das Jagdtrophäenmuseum, wo Du Dich über die mongolische Tierwelt informieren kannst. Für beide Länder – Mongolei und Russland – benötigst Du ein Visum, wenn Du sie bereisen möchtest. Ein russisches Visum bekommt man nur über eine amtliche Einladung, die man im Vorfeld organisieren und bezahlen muss. Informationen dazu gibt es hier. Buchen kannst Du Tickets für die Transsibirische Eisenbahn entweder in der 1. Klasse (zwei Betten pro Kabine) oder in der 2. Klasse (vier Betten pro Kabine).

Ins Reisegepäck gehören auf jeden Fall stabiles Geschirr, das die Zugfahrt übersteht, eigene Handtücher, Seife und eigenes Toilettenpapier und Plastiktüten für den Müll und um Einkäufe an den Bahnhöfen zu transportieren. Die mitgebrachte Kleidung hängt ganz von der Reisezeit ab. Außer im November, wenn es grau und trübe ist, lohnt sich die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn in jedem Monat. Im Sommer kann es in Sibirien sehr warm werden, ab September werden die Nächte allerdings deutlich kälter und im Winter warten draußen auch mal minus 40 Grad auf Dich. Ein Eiskratzer ist im Winter ebenfalls eine gute Idee, falls Du aus dem Zug fotografieren möchtest.
Ist die Transsibirische Eisenbahn ein Abenteuer, das Du gerne mal erleben würdest? Dann mach jetzt bei unserem Gewinnspiel „Meine Flucht ins Abenteuer“ mit und vielleicht sitzt Du schon bald im Zug nach Wladiwostok.
Vielen Dank an Boccaccio1, anton petukhov und yeowatzup für die Bilder von Flickr.
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