Geständnisse eines Hostel-Neulings in NYC
Was mache ich hier eigentlich?!
Ich bin keine typische Reisende. Mein Name ist Marcia und ich bin die Sängerin der in London ansässigen Ska-/Punk-/Hip-Hop-Band „The Skints“. Das Leben auf Tour bedeutet, dass ich die meiste Zeit auf Flughäfen, an Tankstellen, in Waschsalons und in Cafés verbringe. Ja, ich weiß, ich weiß, als Musiker kommen wir viel herum, aber ich kann sicher nicht behaupten, jeden Ort, an dem ich geografisch schon gewesen bin, auch wirklich erlebt zu haben. Vor kurzem habe ich mich auf ein Solo-Abenteuer nach New York City begeben. Ich war schon immer eher ein Hotel-Typ, dachte mir aber, es sei an der Zeit, herauszufinden, ob an dem Hype um Hostels etwas dran ist – zumal Unterkünfte in New York so teuer sein können. Anstatt von Ort zu Ort zu hetzen und Punkte auf meiner Reiseliste abzuhaken, beschloss ich, mir Zeit zu nehmen, um die Straßen zu erkunden, die Sehenswürdigkeiten anzuschauen und wirklich in das Leben einzutauchen, das den „Big Apple“ so großartig macht. Bei der Recherche nach einer Unterkunft in New York stieß ich auf eine Reihe toller Hostels in der ganzen Stadt. Zeit, das Leben eines Hostelgastes in NYC zu erleben…
Wenn Fremde zu Seelenverwandten werden
Brooklyn, New York – The International Students Residence
Ich weiß, es klingt einfach, aber wenn man an Hotels gewöhnt ist, erlebt man selten, dass man Menschen aus aller Welt trifft, mit denen man durch die gemeinsame Liebe zum Reisen sofort eine Verbindung aufbaut. Das war meine erste richtige Solo-Reise, und ich bin wirklich nicht der Typ, der leicht mit Fremden ins Gespräch kommt, aber irgendwie sorgte die Atmosphäre im Hostel dafür, dass sich die Menschen, die ich traf, gar nicht wie Fremde anfühlten.
Schon am allerersten Tag traf ich ein hübsches Mädchen namens Zara. Wir saßen ewig zusammen und unterhielten uns über unsere Jobs, unser Leben zu Hause und so weiter. Wir leben in völlig unterschiedlichen Welten und führen völlig unterschiedliche Leben, aber da saßen wir nun, hingen auf einem Sofa im Hostel ab, tranken Kaffee, schauten fern und plauderten über alles und nichts. Mir wurde sofort klar, warum Menschen süchtig danach werden, wochenlang zu reisen. Das war so viel besser, als ganz allein in einem Hotelzimmer eingesperrt zu sein!

Die Zimmer hier sind eher wie Abtrennungen in einem riesigen Gemeinschaftsraum, mit abschließbaren Türen. Abends hört man das leise Gemurmel der anderen Leute auf der Etage, die sich unterhalten, lachen und in verschiedenen Sprachen miteinander sprechen. Ich habe diese lustige kleine Erfahrung, die ich mit diesen Fremden aus aller Welt teilte, wirklich geliebt.
Man hat nicht wirklich gelebt, bevor man einen Regenbogen-Bagel gegessen hat
Am nächsten Tag wachte ich wieder zu Kichern und Geplauder auf. Das war erfrischend. Um 7 Uhr morgens war ich hellwach und wollte Brooklyn erkunden, insbesondere Williamsburg, wo sich das Hostel befindet. Williamsburg ist fantastisch. Ich würde es tatsächlich mit Shoreditch in London vergleichen: gentrifiziert, künstlerisch, ein bisschen rau an den Rändern, aber voller Kreativer.

Ich habe ein tolles Café in der Union Ave namens „The West“entdeckt . Dortgibt es nicht nurlokal gerösteten Kaffee und Espresso, Essen und frisch gebackenes Gebäck, sondernder Laden dient auch als Cocktailbar mit einer beeindruckenden Auswahl an Craft-Bieren. Alles ist aus Holz, mit handgeschriebenen Kreidemenüs, riesigen Glühbirnen mit kunstvollen Glühfäden und einem freundlichen Gesicht hinter der Bar. Ich erinnere mich, dass hinter mir ein Typ Avocado-Toast mampfte, während er mit Wasserfarben malte!

Ich kann einen Besuch im „The Bagel Store“ auf der Metropolitan Avenue wärmstens empfehlen. Ihr habt ihre Bagels wahrscheinlich schon auf Tumblr und Instagram gesehen! Ich habe mir einen süßen Regenbogen-Bagel und einen leckeren herzhaften Bagel gekauft und bin dann zum Wasser hinuntergeschlendert, wobei ich unterwegs in verschiedene Boutiquen, Retro-Klamottenläden und Antiquitätengeschäfte reingeschaut habe.

Auf die Lage kommt es an, Baby!
Manhattan, New York – The New York Budget Inn
Eine der besten Unterkünfte in NYC ist das „The NewYork Budget Inn“. Es liegt direkt an der Park Avenue, nur einen kurzen Fußweg vom Empire State Building, dem Times Square und dem Madison Square Garden entfernt und in der Nähe der M-Bahnlinie. Vom Namen her hatte ich erwartet, dass es sich eher „budget“ anfühlen würde, aber es wirkte einfach warm und einladend. Das Zimmer war stilvoll, mit einem altmodischen Heizkörper und einem hohen Fenster, durch das man die klassische New Yorker Feuerleiter sehen konnte.

Ich weiß, es ist touristisch, aber ich kann einen Besuch auf dem Empire State Building nur wärmstens empfehlen, wenn ihr die Gelegenheit dazu habt! Als ich die Aussicht sah, blieb mir der Mund offen stehen. Auf der Aussichtsplattform kann man nach draußen gehen und um das Gebäude herumlaufen. Der Ausblick ist von allen Seiten atemberaubend und jeden Cent wert. Nächstes Mal werde ich mir auf jeden Fall Tickets für die 102. Etage besorgen; ich kann mir nur vorstellen, wie grandios die Aussicht aus dieser Höhe sein muss.

Das große Geheimnis glücklicher Hostelgäste? Donuts natürlich!
Am nächsten Morgen war ich wieder früh auf den Beinen und beschloss, mir den Central Park anzusehen. Als ich das Hostel verließ, erinnerte mich der Mitarbeiter an der Rezeption daran, mir auf dem Weg nach draußen einen Kaffee und Donuts mitzunehmen, da sie ihren Gästen jeden Morgen kostenlose Dunkin’ Donuts servieren! Der Park ist riesig und ich hatte das Gefühl, den ganzen Tag lang immer wieder Neues zu entdecken. Ich klinge jetzt vielleicht sehr britisch, lol, aber ich setzte mich zu ein paar anderen Zuschauern auf die Bänke rundherum, um mein allererstes Baseballspiel anzuschauen. Später stieg ich in die U-Bahn zum Meatpacking District und machte einen wunderschönen Spaziergang entlang der High Line, einem herrlichen öffentlichen Park bzw. Fußweg, der auf einer historischen Güterbahnstrecke oberhalb der Straßen angelegt wurde. Auf dem Rückweg zur U-Bahn habe ich es mir auch nicht nehmen lassen, bei der berühmten Magnolia Bakery vorbeizuschauen und mir einen Cupcake zu holen !

Ich fand es sehr wichtig, während meines Aufenthalts in NYC zum Ground Zero zu gehen und mir das Mahnmal für die tragischen Anschläge vom 11. September anzusehen. Ich kann ehrlich sagen, dass es mir den Atem raubte. Klares, makelloses Wasser fließt in die Mitte aus ewigem schwarzem Marmor – das Denkmal ist gewaltig, eindringlich und wirklich wunderschön. Ausnahmsweise habe ich auf der U-Bahn-Fahrt nach Hause keine Musik gehört. Ich saß einfach da und war in Gedanken versunken.

Entspannungskissen-Höhlen sind #Lebensziele
Queens, New York – Das Q4 Hostel
Ich stieg gerade noch rechtzeitig aus dem Zug, um den Sonnenuntergang über der Queensboro Bridge zu beobachten. Das Q4 Hostel ist nicht zu übersehen, wenn man sich ihm nähert – ein eindrucksvoll beleuchtetes und einladendes weißes Gebäude. Die Lobby wirkte luxuriös und cool, genau wie in den anderen Hostels, in denen ich bereits gewesen war. Die Mitarbeiter an der Rezeption waren durchweg hilfsbereit und freundlich. Einer von ihnen fragte mich sogar, ob ich am Karaoke-Abend noch hier sein würde! Das wäre doch schön! Ich habe mir sofort den Keller angesehen, der sich als perfekte Chill-Zone herausstellte, ha! Neben einem offenen Küchenbereich gab es einen Billardtisch, einen Filmprojektor, Bücher, Gitarren und sogar eine süße kleine Höhle, die mit Kissen und Sitzsäcken ausgekleidet war.
Mein Schlafzimmer war niedlich, mit einem großen, bequemen Bett und wunderschöner Bettwäsche! Durch das riesige Fenster mit Blick auf den Queensboro Plaza strömte Tageslicht herein. Da ich am nächsten Morgen früh nach LA fliegen würde, um meine Tour zu beginnen, beschloss ich, den Abend dort zu verbringen. Das WLAN war hervorragend, also schaltete ich Netflix ein, lackierte mir die Nägel und lernte im Gemeinschaftsbereich ein paar nette Fremde kennen! Die Leute kamen und gingen, und manche blieben und schauten mit mir fern. Andere brachten ein Buch mit und machten es sich damit eine Weile in der Ecke gemütlich. Es war die geselligste und schönste Erfahrung, die ich je mit Fremden gemacht habe.

Ich bin süchtig danach…
Am nächsten Tag checkte ich widerwillig aus und machte mich auf den Weg zum JFK, bereit, meine Tour zu beginnen. Die letzten Tage hatten sich fast wie ein Traum angefühlt! Da die Hostels alle in verschiedenen Stadtteilen lagen, konnte ich in so kurzer Zeit einen so großen Teil von NYC erkunden. Genau wie in London sind die Unterschiede zwischen den vielen Stadtteilen New Yorks enorm – sie sind reich an Kultur und Geschichte. Ich habe mich Hals über Kopf in diese Stadt verliebt.

Ich fand alle Hostels einfach großartig. Es ist so wichtig, sich willkommen und sicher zu fühlen, wenn man alleine und so weit weg von zu Hause unterwegs ist. Ich weiß, dass es noch Dutzende weiterer toller Hostels in NYC gibt, und ich kann es kaum erwarten, sie alle zu entdecken. Ich reise so viel mit der Band und übernachte in VIELEN Hotels, aber diese Erfahrung war um Längen besser. Ich freute mich nicht nur darauf, neue Stadtteile zu entdecken und die Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, sondern auch darauf, die verschiedenen Arten von Hostels kennenzulernen und neue Leute zu treffen – und sei es nur für eine Nacht. Dieses Gefühl der Vorfreude verleiht dem Reiseerlebnis eine ganz besondere Note, ganz zu schweigen davon, dass Hostels im Vergleich zu Hotels unglaublich günstig sind.
Ich habe diese Reise als absoluter Neuling begonnen, aber ich bin nun voll und ganz überzeugt!
Auf dem Weg nach New York? Schau dir die Hostels der Stadt an!
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