Lichter, Sushi, Action! So bereist man Japan in 10 Tagen

Vom pulsierenden Chaos Tokios bis hin zu den von Zen geprägten Bergen und exotischen Wäldern von Kyoto – Japan ist ein echtes kulturelles Abenteuer! Aber bei so vielen Sehenswürdigkeiten: Wie schafft man es, ein so besonderes Land in nur 10 Tagen zu erkunden, ohne dass einem das FOMO (und das Bankguthaben) den Kopf verdreht?! Keine Sorge; der erfahrene Reisende und Fotograf Christian Escobar verrät uns hier die besten Tipps für alle, die nur wenig Zeit und ein begrenztes Budget haben. Bereit? Ikuzo!

Normalerweise reise ich eher spontan, aber wenn es um Japan geht, ist ein gewisses Maß an Planung unerlässlich! Tipp Nummer eins? Der Japan Rail Pass ist unverzichtbar, wenn man von Ort zu Ort reist. Auf den ersten Blick mag der Preis im Vergleich zu den Transportkosten in Südostasien hoch erscheinen. Aber täuscht euch nicht: Es wird deutlich günstiger sein, als einzelne Zugfahrkarten in verschiedene Städte zu kaufen. Ich empfehle euch dringend, diesen Pass vor eurer Reise zu besorgen, da er vor Ort nicht mehr erhältlich ist. Ihr habt also das Ticket – dann geht’s los…

TOKIO

Wir begannen unser Abenteuer in Tokio, wo wir drei Tage unserer Reise verbrachten, bevor wir unsere 7-Tage-JR-Pässe aktivierten. Tokio ist eine extrem moderne Großstadt, die einem futuristischen Beton-Dschungel gleicht. Deine Augen werden vor lauter ultra-modernen Spielhallen, Karaoke-Bars und regelrecht WTF-Orten wie dem „Robot Restaurant“ aus den Höhlen springen (zu Abend essen vor einer Ballettvorführung von 10-foot-Robotern und Königinnen der Galaxis? Wir sind SOFORT dabei). Auf der anderen Seite gibt es aber auch Spuren der Geschichte und der alten Kultur, mit Kopfsteinpflasterstraßen und holzigen Kneipen. Hier sind meine Highlights…

Einkaufsviertel Shibuya, Ginza, Shinjuku und Harajuku

In Tokio findet man einfach alles, von Burger-Automaten bis hin zu Ninja-Crashkursen! Besucht Ginza und Shinjuku für ein gehobenes Ambiente und Shibuya und Harajuku, um die „Kawaii Boys“ und „Harajuku Girls“ auf ihrem Laufsteg (alias der Straße) zu sehen. DasPokémon Center ist ganz den Fans der klassischen Anime-Serie gewidmet – ich kann es euch wärmstens empfehlen, um euren Pokémon-Hunger zu stillen. Auch „Pokemuggles“ sind herzlich willkommen 🙂

Piss Alley

Auch bekannt als „Memory Lane“, war die Piss Alley nach demZweiten Weltkrieg einst ein schäbiger Ort, um sich zu betrinken. Damals gab es noch keine schicken Toiletten, also verrichteten die Leute ihr Geschäft einfach überall dort, wohin sie ihre „Bierbrille“ führte! Heutzutage wimmelt es in diesem versteckten Teil der Stadt in den Seitenstraßen von Shinjuku nur so von urigen, baufälligen Kneipen und billigen Imbissen. Am besten planst du gar nichts – folge einfach der Menschenmenge, um dein perfektes Yakitori zu finden…

Meiji Jingu, Meiji-Schrein

Nur eine Minute zu Fuß vom Bahnhof Harajuku entfernt liegt der Meiji-Jingu, Tokios berühmtester Shinto-Schrein. Er wurde zu Ehren des japanischen Kaisers ausdem 19. Jahrhundert erbaut, und wenn man zum Herzen des Schreins hin geht, stößt man auf eine Wand voller Sake-Fässer. Diese Fässer werden jedes Jahr den im Meiji-Jingu-Schrein verehrten Gottheiten dargebracht und bei Zeremonien und Festen verwendet. Der Meiji-Jingu ist weniger überlaufen als der Senso-ji, dennoch lohnt sich ein Besuch am Sonntagvormittag – vielleicht erhaschst du durch den Innenhof einen Blick auf eine traditionelle Hochzeit.

Tsukiji-Fischmarkt

Vielleicht erkennst du dieses Juwel aus dem Video von Clean Bandit zu ihrem Song „Rather Be“ wieder.  Im Grunde genommen gibt es hier die frischesten Lebensmittel überhaupt. Der Fisch wird bei der morgendlichen Auktion von den kleinen lokalen Restaurants gekauft, die ihn dann mitnehmen und daraus das beste Sushi zubereiten, das du je probieren wirst. Außerdem findest du hier kleine Stände, die sich auf die Herstellung von Messern spezialisiert haben, die für die japanische Küche unverzichtbar sind.

Yoyogi-Park

Das Tokioter Pendant zum Central Park oder Hyde Park, wo die Stadtbewohner zum Picknicken hingehen und ihre mit Strasssteinen verzierten Chihuahuas Gassi führen. Für die Gemütlichen gibt es Springbrunnen, kleine Tempel und ruhige Grünflächen, auf denen man spazieren gehen und über den Sinn des Lebens nachdenken kann …

Wo übernachten? Das Emblem Hostelliegt etwas außerhalb der Stadt (näher am Flughafen Narita), ist aber eines der besten Hostels, in denen ich je übernachtet habe. Es sieht definitiv eher wie ein Hotel aus und wird auch so geführt, hat aber den Charme eines Hostels. „On The Marks“ ist ein weiterer Favorit – es ist wahnsinnig sauber, es gibt einen großen Bereich zum Entspannen und ein Restaurant mit unglaublich gutem Essen. Außerdem liegt es in der Nähe des Flughafens Haneda.

HAKONE

Erlebe maximale Ruhe in Hakone, dem perfekten Rückzugsort nach dem Trubel von Tokio. Die Berglandschaften laden zum Wandern ein und der legendäre Fuji wartet nur darauf, von dir erobert zu werden. Top-Tipp: Informiere dich über das Wetter, bevor du nach Hakone fährst! Wir haben das nicht getan und die Chance, den großartigen Berg zu sehen, komplett verpasst, da es zu neblig war. Macht nichts, der Ashinoko-See macht das mit seinen filmreifen Bergen und Piratenschiffen (im Ernst) wieder wett.


Wenn du ein Fan von Spas bist, dann ist Hakone genau der richtige Ort für dich. Die Gegend ist umgeben von Onsen (traditionellen japanischen heißen Quellen), in denen du den Schwefelduft einatmen und richtig abschalten kannst.
Wo übernachten?Hostelworld empfiehltK’s House Hakone

KYOTO

Meiner Meinung nach sollte Kyoto die Hauptstadt Japans sein. Die Stadt strahlt Modernität aus, doch die Menschen, die Architektur und das Essen erinnern an die traditionelle japanische Kultur. In Kyoto gibt es 100 Geisha-Lehrlinge und Einheimische, die in traditionellen Kimonos ihren Wocheneinkauf erledigen, sowie enge Gassen mit gemütlichen Restaurants. Der öffentliche Nahverkehr funktioniert genauso wie in Tokio, sodass man sich recht einfach zurechtfindet, sobald man den Dreh mit dem japanischen U-Bahn-System heraus hat. Wir haben vier Tage hier verbracht und das waren unsere absoluten Highlights…

BurgNijō

Zunächst einmal möchte ich die schiere Größe dieses Ortes hervorheben! Wenn man durch die imposanten Tore dieses Weltkulturerbes schreitet, wird man von einer Burg beeindruckt, die sich so weit erstreckt, wie das Auge reicht. Die Burg ist umgeben von wunderschönen Gärten, ruhigen Bächen und duftenden Hainen aus Kirsch- und Pflaumenbäumen. Außerdem eignet sie sich hervorragend für einen historischen Exkurs, da sie einst die Residenz eines der mächtigsten Shogune Japans war: Tokugawa Ieyasu.

Fushimi-Inari-Taisha-Schrein

Wahrscheinlich der zweitberühmteste Ort in Japan – Reisefotografen und Instagram-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten! Meiner Meinung nach sind diese Schreine das Schönste, was man in Japan finden kann, und der Eintritt ist kostenlos. 10.000 Torii-Tore erstrecken sich über einen Berg im Südosten von Kyoto und laden zu einer faszinierenden Wanderung ein.

Bambuswald von Arashiyama

Wenn du wenig Zeit hast, empfehle ich dir, sowohl den Bambuswald als auch Nara an einem Tag zu besuchen. Der Wald enttäuscht nicht mit seiner Zen-artigen Atmosphäre und dem dichten, einhüllenden Grün. Das magische Licht macht ihn zu einem der meistfotografierten Orte der Welt, aber kein Instagram-Foto kann die Atmosphäre dieses irdischen Wunders einfangen.

Wo übernachten?Das „K’s House“ erinnerte eher an die traditionellen Hostels, wie man sie aus Südostasien kennt. Es gab viele Rucksacktouristen und einen großen Gemeinschaftsbereich, in dem sich alle unterhalten und Spiele spielen konnten 🙂

NARA

Da überall Rehe frei herumlaufen, ist Nara DER Ort, um Wildtiere hautnah zu erleben! Der Todaji-Tempel in Nara liegt nur einen kurzen Spaziergang vom Nara-Park entfernt und ist ein absolutes MUSS. Es handelt sich um einen Tempel der Kegon-Schule des Buddhismus, und wir waren überwältigt von seiner Größe – schon der Eingang allein ist riesig! Im Inneren findest du viele buddhistische Ornamente und Japans größte Buddha-Statue. Der Legende nach haben 2.600.000 Menschen beim Bau dieses 30 Meter hohen, 250 Tonnen schweren, beeindruckenden Bronzekolosses mitgeholfen!

OSAKA

Nachdem wir die Natur in Kyoto in vollen Zügen genossen hatten, stiegen wir in einen Zug Richtung Süden, um eine Portion Tokio-ähnlichen Wahnsinn zu erleben! Osaka ist bekannt für sein Nachtleben und sein Essen (das Motto lautet „kuidaore“ – iss, bis du umfällst!) und die 3D-Neon-Straßenbilder sind ein Wunder für sich. Auf dieser Seite der Stadt gibt es Flipperhallen, Sumo-Turniere und verdammt viel Sushi!

Wo übernachten? Hostelworld empfiehltdas Khaosan World Namba

NAGOYA

An unserem letzten Tag beschlossen wir, auf dem Rückweg nach Tokio einen spontanen Zwischenstopp in Nagoya einzulegen. Als Geburtsort von Toyota und Pachinko gilt die Stadt als das industrielle Zentrum Japans. Manche ziehen sie sogar Tokio vor, da sie günstiger, weniger überlaufen und weniger touristisch ist. Das Verkehrsnetz hier ist erstklassig, und es gibt jede Menge kulturelle Highlights wie das traumhafte Schloss Nagoya, die „Oasis21“ und Nagoyas Spezialität, Unagi (Süßwasser-Aal).


Wo kann man übernachten?Das „Guest House Wasabi Nagoya“ ist total modern. Man hat dort seine eigene Kapsel mit Computer und Fernseher darin!

Christian ist ein Filmemacher aus London mit einer großen Leidenschaft für Reisen, Mode und alles Kreative.  Mit einem Hintergrund im Design hat er Grafikdesign studiert und einen Abschluss in diesem Fach erworben. Derzeit arbeitet er freiberuflich in den Bereichen Videografie und Motion Graphics – und reist zwischendurch um die Welt! Schaut euch seine Website an und folgt ihm hier auf Instagram.

 
 

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