Londons Goldgrube der Street-Art – und wo man sie findet
Street Art ist die größte künstlerische Bewegung des 21. Jahrhunderts, und Londons Mauern sind zu einer schillernden Leinwand geworden, auf der Künstler ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Das Schöne an urbaner Kunst ist, dass sie ständig verschwindet, sich weiterentwickelt und den Künstlern ein unmittelbares Publikum bietet – während wir gleichzeitig eine kostenlose Kunstausstellung genießen dürfen! Macht einen Spaziergang und ihr werdet überall Street Art entdecken, aber wir nehmen euch mit auf eine Tour zu den angesagtesten Orten Londons, an denen ihr Street Art finden könnt – von Dulwich bis Dalston…

Brick Lane
Beginnen wir mit dem Urvater der Londoner Street-Art-Szene. Die Brick Lane ist weltweit berühmt für ihre hochwertigen Meisterwerke, und Künstler aus aller Welt kommen hierher, um zu malen, darunter der legendäre Citizen Kane und der französische Künstler Zabou (siehe Bild unten). Überall ist Kunst zu sehen, daher ist dies der perfekte Ort, wenn ihr einen Einstieg in die Street-Art-Szene sucht. Eine bekannte Route beginnt an der U-Bahn-Station „Aldgate East“ und endet an der Station „Shoreditch High Street“. Ich empfehle euch, euch den Brick-Lane-Parkplatz (siehe Bild unten) und die Princelet Street in Spitalfields anzusehen – ein faszinierendes Viertel mit ungewöhnlichen Häusern, in dem sich im 18. Jahrhundert die Hugenotten (Angehörige der französischen protestantischen Kirche) niedergelassen haben.
Das nächstgelegene Hostel ist das Wombats City Hostel



Shoreditch
Heute mag es Londons Hipster-Hauptstadt sein, aber vor 10 Jahren war Shoreditch im Grunde eine Bruchbude! Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen riesige Industriebetriebe aus dem Viertel weg und hinterließen eine trostlose Landschaft aus leeren Lagerhallen. Springen wir nun in die 1990er Jahre, als die loftartigen Räume junge und unkonventionelle Künstler wie Damien Hirst, Tracey Emin und Alexander McQueen anzogen. So entstand eine wilde, kreative Community, und das gesamte Viertel verwandelte sich. Es ist bis heute das Epizentrum aufkommender Trends und ein Spielplatz für neue Straßenkünstler geblieben; hier findet man kolossale Wandgemälde wie die „Village Underground Wall“ (siehe Bild unten), die alle paar Monate mit neuen Talenten und frischer Farbe gestaltet wird. Wenn man die Curtain Road mit einbezieht, kann man sogar seine eigene Street-Art-Kneipentour zusammenstellen und diese in der Bar und auf der Terrasse des „The Dictionary Hostel“ an der Kingsland Road ausklingen lassen – meine Güte, wie praktisch! 😉



Hackney
Weiter östlich, am Rande von Shoreditch, liegt die Hackney Road, wo die Street-Art in den letzten Jahren dramatisch zugenommen hat. Der Boom in Shoreditch führte zu steigenden Immobilienpreisen, was dazu führte, dass sich die Boheme in den letzten 10 Jahren nach Hackney Wick ausgebreitet hat. Beginne dein Kunst-Spektakel mit einem Spaziergang die Paradise Row hinunter, gegenüber dem Bahnhof, folge dann der Route zu den Kanälen und beende deinen Rundgang auf Fish Island, wo du nach Fischen benannte Straßen und jede Menge hochkarätige Kunst vorfindest.
Das nächstgelegene Hostel ist das Park Villa


Camden
Als ein Viertel, das Vielfalt zelebriert, ist es nur natürlich, dass Camden ein Magnet für einige unglaublich gute Straßenkünstler ist. Eine beliebte Künstlerin ist Bambi – nicht die von Disney, sondern die gefeierte „weibliche Banksy“ Londons. Sie erlangte 2013 anonymen Ruhm, nachdem sie an einer Wand in der Bayham Street eine Hommage an Amy Winehouse gemalt hatte, und heute findet man ihre schablonierten Satiren überall in der Gegend. Tipp: Durch die Neugestaltung der Camden Stables hat sich die Street-Art bergauf in Richtung Chalk Farm verlagert, insbesondere in die Leybourne Road und die Hartland Road.
Das nächstgelegene Hostel istSt. Christopher’s Camden


Brixton
Obwohl Graffiti in den 1980er Jahren allgemein als Problem angesehen wurde, war Brixton so heruntergekommen, dass der Stadtrat Street-Art in Auftrag gab, um das Viertel aufzuhellen! 25 Jahre später ist es nun ein völlig verwandeltes Viertel, in dessen Mittelpunkt Underground-Musik und Street-Art stehen. Es gibt viele Bars, die Kunst in ihren Räumlichkeiten beherbergen, und das „Brixton Jamm“ veranstaltet regelmäßig Gemeinschaftsprojekte und Events für Künstler. Die Mauer gegenüber dem Bahnhof Brixton ist ein beliebter Ort für Wandmalereien; besonders ein kürzlich entstandenes David-Bowie-Tribut (er wurde dort 1947 geboren) von Jimmy C zieht die Blicke auf sich. Die Stockwell Park Estate ist nur eine U-Bahn-Station auf der Victoria Line entfernt und ein Muss für jeden Graffiti-Fan. Der ehemalige Sportplatz wurde zu einem legalen Malort umfunktioniert, und die Betonwände dienen als „Hall of Fame“ für die neuesten Talente.
Das nächstgelegene Hostel ist das Safestay Elephant & Castle


Dulwich
Weiter südlich von Brixton liegt das grüne Viertel Dulwich, ein unscheinbarer Zufluchtsort für Street Art. Hier findet auch das jährliche Kunstfestival „Baroque the Streets“statt, bei dem Künstler aus aller Welt eingeladen werden, barocke Gemälde zu studieren und sie in ganz Dulwich in ihrem eigenen Stil neu zu interpretieren. Das Ergebnis ist atemberaubende, originelle Street-Art (siehe unten). Am eigentlichen Festivaltag im Mai gibt es Kunststände, Essen und Bier, und im letzten Jahr wurde ein Haus in der Lordship Lane eröffnet, das innen und außen mit farbenfrohen Wandgemälden von Künstlern aus Australien bis Mexiko verziert war.



Southbank
Unten am Flussufer erwartet dich eine wahre Explosion an Kultur, darunter avantgardistisches Theater, Konzerte, Galerien für zeitgenössische Kunst, Restaurants und verdammt viel Graffiti! Besuche eine weitere der legalen Graffiti-Wände Londons am Skatepark, und der Leake-Street-Tunnel ist ein wahres Fest für die Sinne. Er ist als „Bansky“-Tunnel bekannt, da er maßgeblich daran beteiligt war, diesen Ort legal zu machen, und hier findest du einige der besten und schlechtesten rohen Graffiti. Falls du Lust auf eine eigene Sprüh-Session hast, findest du hier bei „The London Vandal“ weitere legale Wände in London.


Da habt ihr es also: London ist offiziell eure kostenlose Kunstgalerie! Erkundet diese farbenfrohe Stadt zu Fuß, mit dem Fahrrad oder bei einer organisierten Londoner Street-Art-Tour. Wenn ihr euch für Fotografie interessiert, empfehlen wir einen Workshop von„www.paulhames.com“.
Besonderer Dank gilt den Instagrammern pillsanddollarbills, hock89, richardwjones,johannaw, dlsaunders88, kimhillyard, guidocarol und charlie_leon für ihre fantastischen Fotos.