Nachhaltigkeitsgeschichten: Von der Polizeiwache zum plastikfreien Hostel – Wie das Madama Hostel & Bistrot in Mailand Plastik einsparte, Räumlichkeiten neu nutzte und eine Gemeinschaft aufbaute

„Das klingt wie zu Hause.“
Plastikmüll bekämpfen – und dabei Kunst schaffen
Würden Sie in einem ehemaligen Polizeirevier übernachten, das zu einem designorientierten, umweltfreundlichen Hostel umgebaut wurde?
Das Madama Hostel & Bistrot befindet sich in einer ehemaligen Polizeistation in Mailand, Italien, und hat seinen Weg zur Nachhaltigkeit darauf ausgerichtet, Dingen ein zweites Leben zu schenken – vom Gebäude selbst über wiederverwertete Einrichtungsgegenstände bis hin zu den alltäglichen Entscheidungen, die das Gästeerlebnis prägen. Das Hostel ist seit 2016 plastikfrei und gehörte zu den Vorreitern im Kampf gegen Einwegplastik. Fast ein Jahrzehnt später setzt es sich weiterhin dafür ein, Abfall zu reduzieren, Materialien wiederzuverwenden und Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil des täglichen Gästeerlebnisses zu machen.
Heute beherbergt die ehemalige Polizeiwache ein lebendiges Hostel, in dem Kreativität, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen.
Wo Nachhaltigkeit beginnt
Jede Nachhaltigkeitsgeschichte hat irgendwo ihren Anfang.
Für das Madama Hostel & Bistrot begann diese Geschichte damit, einem bestehenden Raum neues Leben einzuhauchen. Ein häufiges Motiv in der Hostelbranche, in der die Wiederverwendung bestehender Gebäude oft der erste Schritt zur Schaffung einzigartiger und nachhaltigerer Unterkünfte ist.
Das Hostel befindet sich in einer ehemaligen Polizeistation in Mailand und wurde von Anfang an als Stadterneuerungsprojekt konzipiert.
„Anstatt ein neues Gebäude zu errichten, haben wir uns dafür entschieden, einen bestehenden Raum zu restaurieren und umzufunktionieren, um ihm eine neue Bestimmung zu geben: einen gemeinschaftsorientierten Ort, der die Stadt um ihn herum widerspiegelt.“
Diese Denkweise erstreckt sich über das Gebäude hinaus. Im gesamten Hostel finden sich wiederverwertete Materialien, recycelte Ressourcen und FSC-zertifiziertes Holz; viele Tische, Regale und Einrichtungsgegenstände wurden von lokalen Handwerkern aus wiederverwerteten Materialien handgefertigt.
„Indem wir Materialien wiederverwenden, anstatt sie zu entsorgen, haben wir Räume mit Charakter und Identität geschaffen und gleichzeitig den Bedarf an neuen Ressourcen reduziert.“
Die gleiche Philosophie prägte auch dieInitiative„Madama Goes Green“des Hostels, deren Schwerpunkt darauf liegt, Abfall zu reduzieren und Nachhaltigkeit in den täglichen Betrieb zu integrieren.
Dazu gehören heute:
💧Kostenloses gefiltertes stilles und sprudelndes Wasser
🚫Keine Plastikwasserflaschen oder -strohhalme
🍃Biologisch abbaubare Verpackungen für Speisen zum Mitnehmen
📄Produkte aus Recyclingpapier
🧼Öko-zertifizierte Reinigungsmittel
♻️Initiativen zur Mülltrennung und zum Recycling
🤝Partnerschaften mit der Gemeinde
Für das Team geht Nachhaltigkeit über die Auswirkungen auf die Umwelt hinaus. Es geht darum, einen Mehrwert für die lokale Gemeinschaft zu schaffen und zu beweisen, dass die Wiederverwendung bestehender Räume die Grundlage für ein bewussteres Gastgewerbemodell sein kann.
Kleine Veränderungen, große Wirkung
„Die wichtigste Erkenntnis war, dass es bei Nachhaltigkeit nicht um eine einzige große Veränderung geht, sondern darum, alltägliche Gewohnheiten zu hinterfragen.“
Das Madama Hostel & Bistrot ist seit 2016 plastikfrei und hat fast ein ganzes Jahrzehnt damit verbracht, zu beweisen, dass Nachhaltigkeit sowohl praktisch als auch gästefreundlich sein kann.
Was mit dem Verzicht auf Einwegplastik begann, entwickelte sich zu einer umfassenderen Philosophie, bei der es darum geht, Abfall zu reduzieren, Materialien wiederzuverwenden und den Gästen verantwortungsbewusste Entscheidungen zu erleichtern.
„Bei Nachhaltigkeit geht es nicht darum, von den Menschen zu verlangen, auf etwas zu verzichten. Es geht darum, eine bessere Alternative anzubieten.“
Nachhaltigkeit als Teil des Gästeerlebnisses

Nach fast einem Jahrzehnt auf seinem Weg zur Plastikfreiheit hat das Madama Hostel & Bistrot gelernt, dass bedeutende Veränderungen selten über Nacht geschehen.
Eine der größten Herausforderungen bestand darin, nachhaltige Alternativen zu finden, die in puncto Qualität, Funktionalität und Erschwinglichkeit mit herkömmlichen Produkten mithalten können. Anstatt sich auf eine einzige Lösung zu konzentrieren, hat das Team eine Philosophie der kontinuierlichen Verbesserung verfolgt.
Da das Interesse der Reisenden an Nachhaltigkeit weiter wächst, erkundigen sich Gäste zunehmend nach Umweltinitiativen und schätzen die Möglichkeit, während ihres Aufenthalts verantwortungsbewusstere Entscheidungen zu treffen.
Von Recyclingmöglichkeiten über Richtlinien zur Wiederverwendung von Handtüchern bis hin zu Hinweisen zum Wassersparen – Nachhaltigkeit soll intuitiv und nicht einschränkend wirken und Reisenden helfen, während ihres Aufenthalts umweltbewusstere Entscheidungen zu treffen.
„Sinnvolle Veränderungen geschehen Schritt für Schritt. Es gibt keine einzelne Lösung, sondern viele kleine Verbesserungen, die im Laufe der Zeit einen echten Unterschied bewirken.“
Jenseits von Plastik
Nachhaltigkeit reicht weit über die Mauern des Hostels hinaus.
Im Rahmen seiner Initiative „Madama Goes Green“ hat das Hostel lokale Regenerationsprojekte unterstützt, darunter den Kauf von 50 Bäumen für dasProgramm„Agroforestiamo – An Act of Regeneration“, das zur Wiederherstellung eines brachliegenden Gebiets zwischen mehreren Mailänder Stadtvierteln beiträgt.
Das Team arbeitet außerdem mit lokalen Organisationen wie Legambiente und Umweltexperten zusammen, um Veranstaltungen und Bildungsaktivitäten zu organisieren, die das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Gemeinschaft stärken.
Von wiederverwerteten Materialien und alternativen Verpackungslösungen bis hin zu einem verantwortungsvollen Ressourcenmanagement hat das Hostel gezeigt, dass nachhaltige Gastlichkeit das Gästeerlebnis verbessern und gleichzeitig die Umweltbelastung verringern kann.
Die vielleichtwichtigste Erkenntnis war, dass die Reduzierung von Abfall und die Einführung nachhaltigerer Praktikennichtauf Kosten des Komforts,der Bequemlichkeitoder der Erschwinglichkeitfür die Gäste gehen müssen.Durch Investitionen in langfristige Lösungen hat Madama gezeigt, dass Umweltverantwortung nahtlos in die Gastfreundschaft integriert werden kann.
Wie geht es weiter mit „Madama Goes Green“?

Für das Madama Hostel & Bistrot ist Nachhaltigkeit kein Endziel – sondern eine fortwährende Verpflichtung.
Anstatt sich auf eine einzige große Initiative zu konzentrieren, legt das Team weiterhin den Schwerpunkt auf praktische Maßnahmen, die Abfall reduzieren, Ressourcen schonen und positive Auswirkungen sowohl für die Gäste als auch für die lokale Gemeinschaft haben.
Mit Blick auf die Zukunft ist das Team davon überzeugt, dass einer der wichtigsten Schritte, den die Reisebranche unternehmen kann, darin besteht, Einwegkunststoffe zugunsten wiederverwendbarer, nachfüllbarer und umweltfreundlicherer Alternativen abzuschaffen.
Nach fast einem Jahrzehnt, in dem Madama Plastikmüll reduziert, Materialien wiederverwertet und die Erneuerung der Gemeinschaft unterstützt hat, erinnert die Geschichte des Unternehmens daran, dass Nachhaltigkeit nicht immer mit einer groß angelegten Umgestaltung beginnt.
Manchmal beginnt sie damit, das Bestehende neu zu überdenken – und bessere Wege zu finden, es zu nutzen.
Ein abschließender Hinweis des Teams an alle Reisenden: Bewusste Entscheidungen sind wichtig. Ob es darum geht, eine wiederverwendbare Wasserflasche mitzunehmen, unnötigen Abfall zu vermeiden oder Unternehmen zu unterstützen, die in ökologische und soziale Erneuerung investieren – individuelle Handlungen können gemeinsam einen bedeutenden Wandel bewirken.